Noch vor ein paar Jahren habe ich komplett ausgeschlossen, jemals eine Kreuzfahrt zu machen. Und dann lief plötzlich der AIDA-Ticker: Noch acht Tage bis zu unserer ersten Kurz-Kreuzfahrt.
Die Vorfreude war groß. Die Bedenken waren ehrlicherweise noch größer.
Sind auf so einem Schiff nicht wahnsinnig viele Menschen unterwegs? Kann ich mich zwischen so vielen fremden Leuten überhaupt entspannen? Wie laut wird es beim Essen? Und wie soll ich einen Landgang genießen, wenn alle gleichzeitig mit mir in den Hafen strömen?
Dazu kamen die Zweifel, die mit den Menschenmassen erst mal gar nichts zu tun hatten: Ist uns die Zeit an einem Ort nicht viel zu kurz? Werde ich seekrank? Fühle ich mich auf dem Kreuzfahrtschiff eingesperrt? Und überhaupt: Ist eine Kreuzfahrt etwas für mich – worauf lasse ich mich da eigentlich ein?
Inzwischen liegt unsere erste Kreuzfahrt hinter uns. In diesem Artikel nehmen wir euch Schritt für Schritt mit und erzählen, wie sie sich für uns angefühlt hat: Was wir richtig gut fanden, was uns gar nicht gefallen hat und was wir im Nachhinein anders machen würden.
Wenn ihr selbst über eure erste Kreuzfahrt nachdenkt und noch zwischen Neugier und Bedenken schwankt, findet ihr hier unsere persönlichen Erfahrungen und Tipps für Erstfahrer.
Hi, ich bin Jenni von der strandfamilie! Schön, dass ihr hier seid! Klickt hier, um mehr über uns zu erfahren.
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Bevor wir starten: Meet the strandfamilie
Eins müssen wir allerdings vorwegschicken: Bedürfnisse und Erwartungen sind bei jedem anders. Was die einen lieben, ist für die anderen ein No-Go. Deshalb lernt ihr uns erst einmal kurz kennen: Wie ticken wir – die strandfamilie -, wie reisen wir normalerweise – und mit welchen Erwartungen sind wir an Bord gegangen? So könnt ihr besser einschätzen, ob sich unsere Erfahrungen auf euch übertragen lassen.
Wie wir sonst verreisen
Mark und ich sind in den 40ern, unsere Kinder 17 und 14. Wir sind viel gereist, waren als Familie sogar über drei Jahre auf Weltreise und meistens individuell unterwegs. Wir leben auf dem Land, mögen keine großen Menschenansammlungen und gehen den Massen gerne aus dem Weg. Einer der Hauptgründe, warum wir eine Kreuzfahrt bisher gar nicht in Betracht gezogen haben.
Als die Kinder kleiner waren, haben wir einige Male All-inclusive-Urlaub gemacht. Das Unterhaltungsprogramm hat allerdings niemand von uns genutzt, und von den Reiseländern haben wir dabei wenig kennengelernt.
Auf unserer Weltreise war das anders. Wir blieben oft lange in einem Land: insgesamt sechs Monate in Australien, neun Monate in den USA und vier Monate auf Island. Wir mögen es, Zeit zu haben und ein Land intensiver kennenzulernen.
Damit wären wir beim zweiten großen Bedenken vor unserer ersten Kreuzfahrt: An einem Ort nur kurz reinschnuppern und zum Übernachten wieder aufs Schiff zurückkehren? Passt eigentlich so gar nicht zu meiner Art zu reisen.
Ganz ohne Erfahrung auf See waren wir immerhin nicht. Mit Übernachtfähren sind wir schon einige Male gefahren, zuletzt sogar bei einem heftigen Sturm von den Niederlanden nach Schottland. Mit einer Reiseübelkeitstablette für mich hat das ganz gut geklappt. Trotzdem sind zwei von uns vieren nicht besonders seefest. Whale Watching machen wir jedenfalls nicht noch einmal alle zusammen.
Warum wir uns trotzdem für die Kreuzfahrt entschieden haben
Ehrlich? Ein bisschen Verzweiflung spielte schon mit rein.
Unsere Kinder haben inzwischen kein großes Interesse mehr daran, mit uns zu verreisen. Und wenn, dann bitte komfortabel: kein Nachtzug, keine Backpacker-Unterkunft, dafür leckeres und möglichst westliches Essen.
All-inclusive-Hotels haben uns bei der Suche nicht überzeugt. Zu teuer, und die Bewertungen reichten bei denselben Hotels von „mega“ bis „grottig“. Das machte die Entscheidung auch nicht leichter.
Dann kam Mark mit der Kreuzfahrt-Idee. Zumindest die Wünsche der Kinder schienen dort erfüllt zu werden. Ob wir uns zwischen vielen Menschen wohlfühlen und mit den kurzen Landgängen etwas anfangen können, würden wir wohl erst herausfinden, wenn wir es selbst ausprobieren. Oder?
Das erste Mal Kreuzfahrt: Die Buchung
Da wir uns relativ kurzfristig für unsere erste Kreuzfahrt entschieden hatten, fiel die Recherche eher knapp aus. Die Route und auch die Reederei spielten bei unserer Suche zunächst eine kleinere Rolle. Das würde ich heute anders angehen.
Ziemlich schnell landeten wir bei AIDA und fanden noch eine der letzten freien Kabinen: eine Premium-Suite für uns vier, mit zwei Bereichen. Am meisten rätselten wir über die Kabinenbeschreibung – genauer gesagt über die ziemlich großzügigen Größenspannen. Die Kabine sollte zwischen 28 und 50 Quadratmeter groß sein, das private Sonnendeck zwischen 11 und 72 Quadratmeter. Spannend. Aber wie viel Platz würden wir denn nun tatsächlich haben?
Weitergeholfen hat uns der Schiffsplan. Dort konnten wir die angebotene Kabine anhand ihrer Kabinennummer zuordnen und bekamen eine deutlich bessere Vorstellung von ihrer Größe und Aufteilung. Falls ihr bei eurer ersten Buchung ähnlich ratlos vor der Beschreibung sitzt, lohnt sich dieser Blick.
Der Rest der Kreuzfahrt-Buchung bei AIDA war für uns erfreulich einfach. Der Buchungsprozess war gut durchdacht, und auch danach kamen passende Erinnerungsmails. Das machte uns den Einstieg als Kreuzfahrt-Neulinge leicht.
Welche Reederei passt zu euch?
Dieses Thema haben wir bei der Buchung komplett vernachlässigt. Erst nach unserer ersten Kreuzfahrt habe ich recherchiert, welche Fragen andere Erstfahrer beschäftigen und was erfahrene Kreuzfahrer raten. Und siehe da: ziemlich wichtig.
Wer seine erste Kreuzfahrt bucht, schaut vielleicht zuerst auf Route und Preis. Verständlich. Aber wie groß das Schiff ist und wie das Leben an Bord gestaltet wird, kann genauso entscheidend dafür sein, ob ihr euch wohlfühlt.
Die Frage lautet also nicht nur: „Wohin möchten wir reisen?“, sondern auch: „Welche Art von Urlaub wünschen wir uns auf dem Schiff?“
Damit ihr das vor der Buchung besser einschätzen könnt, folgt hier eine kleine Fragen- und Auswahlhilfe. Allerdings mit einer Einschränkung: Sie beruht auf unserer Recherche. Eigene Erfahrungen mit den verschiedenen Reedereien haben wir bisher nicht.
| Frage | Wenn EUCH das wichtig ist … | Eher passend |
|---|---|---|
| Wollt ihr alles auf Deutsch? | möglichst wenig Sprachbarriere | AIDA, Mein Schiff |
| Wollt ihr möglichst viel im Preis enthalten haben? | wenig Nachdenken über Extras | Mein Schiff |
| Wollt ihr lockere Atmosphäre ohne formelle Abende? | Jeans statt Gala | AIDA, Mein Schiff |
| Mögt ihr große, lebhafte Schiffe mit viel Entertainment? | Shows, Pools, Action, Familienangebote | MSC, AIDA |
| Wollt ihr internationales Kreuzfahrtgefühl? | verschiedene Nationalitäten, mehrere Sprachen | MSC, Costa |
| Sind Essen und Genuss besonders wichtig? | À-la-carte, Bars, Ruhe beim Essen | Mein Schiff, je nach Schiff auch AIDA |
| Wollt ihr eher Ruhe als Dauerprogramm? | entspannteres Bordgefühl | Mein Schiff, kleinere/premiumorientierte Linien |
Welche Route solltet ihr für eine erste Kreuzfahrt wählen?
Hier spielt natürlich mit rein, warum ihr überhaupt eine Kreuzfahrt machen möchtet. Unsere Wahl fiel auf Norwegen, weil ich irgendwann gerne mit den Hurtigruten fahren möchte. So konnten wir gleich ausprobieren: Fühlt sich die Fahrt in einen Fjord so an, wie ich es mir vorstelle? Und wie komme ich mit dem Wellengang rund um Norwegen klar?
Wenn ihr kein bestimmtes Wunschziel habt, würde ich euch für den Einstieg eine Route von etwa einer Woche empfehlen. Genug Zeit, um ein Gefühl für das Reisen auf dem Schiff zu bekommen.
Bei der Route würde ich persönlich für den Anfang eher auf möglichst ruhige Gewässer achten. Norwegen oder eine Atlantiküberquerung wären deshalb für mich nicht die erste Wahl, wenn ihr vor allem entspannt ausprobieren möchtet, ob euch eine Kreuzfahrt liegt. Eine Garantie für wenig Wellengang habt ihr damit allerdings nicht.
Möchtet ihr Seetage auf eurer Route?
Sitzt ihr gerne gemütlich in einer Bar und schaut aufs Meer? Oder möchtet ihr das Unterhaltungsprogramm an Bord ausgiebig ausprobieren? Dann können Seetage genau das Richtige für euch sein.
Wenn euch dagegen vor allem die Landgänge reizen, können sich Seetage schnell lang anfühlen. Uns war es an diesen Tagen an Bord außerdem ziemlich voll.
Welche Kabine solltet ihr auf dem Kreuzfahrtschiff wählen?
Für eure erste Kreuzfahrt würde ich euch empfehlen, ein paar Dinge bei der Kabinenwahl genauer anzuschauen:
- Die Lage auf dem Schiff: Wie stark ihr die Schiffsbewegungen spürt, hängt auch von eurer Kabinenlage ab. Wenn ihr empfindlich auf Seegang reagiert, ist eine Kabine mittschiffs auf einem unteren Deck meist die günstigere Wahl.
- Die Blickrichtung: Unsere Kabine lag ganz hinten am Heck. Den Blick nach hinten aufs Meer haben wir sehr genossen. Beim seitlichen Blick wurde mir deutlich schneller übel. Das war meine persönliche Erfahrung – für mich war die Blickrichtung jedenfalls wichtiger als erwartet.
- Wie viel Zeit ihr in der Kabine verbringen möchtet: Innenkabine, Kabine mit Fenster, Balkonkabine oder Suite? Wenn ihr ohnehin den ganzen Tag unterwegs seid, euch Shows anschauen möchtet und euch bei der Vorstellung einer Innenkabine nicht beklommen wird, könnt ihr hier Geld sparen.
- Wie geräuschempfindlich ihr seid: Schaut euch auch an, was in der Nähe eurer Kabine liegt. Unsere war direkt über einer Bar. Und obwohl wir im Herbst in Norwegen unterwegs waren, haben wir die Geräusche von dort deutlich gehört: beschwipste Gesangschöre zur Mittagszeit am Seetag und „Happy Birthday“ um Mitternacht inklusive.
Erfahrungen mit unserer Suite auf der AIDA Prima
Mittlerweile hab ich ja gelernt: Die Kategorie an sich sagt noch nicht alles aus. It is all about die Kabinennummer!
Wir waren auf Deck 8 in Kabine 8134. Vom Flur aus lag links die Toilette mit einem Waschbecken. Eine Schiebetür trennte diesen Bereich vom restlichen Bad mit zwei weiteren Waschbecken, Dusche und Badewanne. Und die Badewanne, die haben wir tatsächlich mehrfach genutzt.
Die nächste Tür führte ins Schlafzimmer: großer Kleiderschrank, Kommode, Fernseher und ein Bett mit bequemer Matratze. Dazu kamen ein direkter Zugang zum Bad und die Balkontüren.
Am Ende des Flurs öffnete sich das Wohnzimmer mit weiteren Kommoden, einem Fernseher und einer Minibar, die bei unserer Reise täglich kostenfrei aufgefüllt wurde. Hier stand auch die für uns umgebaute Schlafcouch. Die war allerdings nicht besonders bequem.
Das absolute Highlight war unser großes Sonnendeck: zwei Liegestühle, eine Sitzecke und eine Hängematte. Dazu der Blick aufs Meer. Genau darauf hatten wir uns gefreut.
Für uns hat die Kabine richtig gut gepasst, weil wir viel Zeit dort verbracht haben. Das Unterhaltungsprogramm an Bord haben wir nicht genutzt. Wir gingen zum Essen in die Restaurants, zwischendurch auf ein Getränk in die AIDA Lounge oder zum Entspannen in den Whirlpool auf dem Patio Deck – beides war auf unserer Reise den Suitengästen vorbehalten.
Ansonsten waren wir oft in der Kabine oder saßen, in dicke Decken eingekuschelt, draußen auf unserem Sonnendeck.
Ist so eine Kreuzfahrt nicht krass teuer? Und ständig kostet was extra?
Also: grundsätzlich würde ich das so stehen lassen. Eine Kreuzfahrt ist in den meisten Fällen teuer und der „Kreuzfahrt ab…“ Preis sagt noch nicht so viel darüber aus, wie ihr am Ende dann dort lasst.
Neben den grundsätzlichen Tipps wie: Nebensaison, Gesamtpreis vergleichen und Reederei-Aktionen beobachten, kann sich der Blick auf die Kreuzfahrt-Deals des Tages bei den Kreuzfahrtpiraten lohnen.
Wir haben kurzfristig gebucht, günstig war die Reise trotzdem nicht und trotz Nebensaison, aber in den Herbstferien, waren quasi alle bis auf 2 Kabinen bei unserer Buchung schon belegt.
Wie ist das also mit den Kosten an Bord auf der AIDA?
Bei AIDA sind die Mahlzeiten in den Buffetrestaurants und eine Auswahl an Getränken zu den Hauptmahlzeiten im Reisepreis enthalten. Für À-la-carte-Restaurants und Getränke an den Bars entstehen zusätzliche Kosten.
Wir haben kein Getränkepaket gebucht. Uns genügten die enthaltenen Getränke, wobei wir durch unsere Premium-Suite einen Vorteil hatten: In der AIDA Lounge konnten wir ohne Aufpreis trinken und sehr lecker snacken. Dort waren wir meistens mehrmals täglich.
Was mir gefehlt hat, war eine Wasserauffüllstation für unsere Mehrwegflaschen. Bei den Landgängen haben wir deshalb immer noch ordentlich Wasser gekauft. Laut AIDA ist das Leitungswasser an Bord Trinkwasser und wird aus hygienischen Gründen gechlort. Geschmeckt hat es uns allerdings nicht.
Zu den Kosten kommen die Landausflüge. Wenn ihr sie über AIDA bucht, kosten sie extra. Aber auch auf eigene Faust seid ihr meist nicht kostenlos unterwegs: Je nach Ausflug fallen Kosten für die Fortbewegung, Eintritte und Ähnliches an.
Für eure Planung würde ich deshalb so rechnen:
Reisepreis + Anreise inklusive Parken oder Zug und gegebenenfalls Vorübernachtung + zusätzliche Getränke und Restaurantbesuche + Ausflüge + gegebenenfalls Internet und sonstige Bordausgaben = tatsächlicher Gesamtpreis.
Internet auf dem Kreuzfahrtschiff
Auch das Internet kann auf einer Kreuzfahrt noch einmal ordentlich ins Geld gehen. Die Verbraucherzentrale warnt: Smartphones können sich auf Schiffen in ein satellitengestütztes Mobilfunknetz einwählen. Dabei können hohe Kosten entstehen – die EU-Roaming-Regeln gelten für diese Schiffsnetze nicht.
Uns wurde deshalb auch von AIDA empfohlen, an Bord den Flugmodus einzuschalten. Wenn ihr das Schiffs-WLAN nutzen möchtet, könnt ihr WLAN anschließend separat wieder aktivieren.
Möchtet ihr ein Internetpaket buchen, schaut euch die Preise am besten schon vor der Reise an – oft ist die Vorabbuchung günstiger.
Vielleicht reicht es euch aber auch, nur bei den Landgängen online zu gehen. Liegt euer Reiseziel im EU-Roaming-Bereich, könnt ihr dort im landgestützten Mobilfunknetz grundsätzlich euren Tarif wie zu Hause nutzen. Prüft vorher, welche Bedingungen für euren Vertrag und eure Reiseländer gelten.
Unsere Erfahrungen auf unserer ersten Kreuzfahrt
Die ersten Minuten nach der Ankunft am Hafen haben uns erst einmal positiv überrascht. Alles war eindeutig beschildert, überall standen Mitarbeiter bereit, und Absperrungen zeigten uns den Weg. Wir konnten eigentlich gar nichts falsch machen.
Umso verlorener standen wir nach den ersten Schritten an Bord da. Hier hörte die klare Wegführung plötzlich auf, und wir hatten jede Menge Fragen: Wie finden wir uns auf dem Schiff zurecht? Können wir schon in unsere Kabine? Und was hat überhaupt schon geöffnet?
Ich würde gerne sagen, dass ich danach schnell den Überblick hatte. Aber ehrlich: Auch nach fünf Tagen fehlte mir noch die Orientierung. Zu viele Gänge, zu viele Decks, zu viele Restaurants.
Wie war es nun mit den Bedenken, die wir vor unserer ersten Kreuzfahrt hatten? Welche haben sich bestätigt – und wo haben wir es vielleicht anders erlebt als erwartet?
So lief der Check-In auf unserer ersten Kreuzfahrt ab
Unsere erste Kreuzfahrt startete in Hamburg (→ lest hier unsere Hamburg-Tipps). Wir hatten vorher schon eine Nacht in der Stadt verbracht und ließen uns mit einem Uber zum Kreuzfahrtterminal fahren. Ein riesiger Parkplatz war dort ebenfalls vorhanden.
Vor Ort waren unzählige AIDA-Mitarbeiter unterwegs, die uns sofort weiterhalfen, sobald wir etwas ratlos herumstanden.
Zuerst ging es zur Kofferabgabe. Unsere Koffer wurden gescannt und später am Nachmittag direkt zur Kabine gebracht. Achtet beim Packen deshalb auf die Vorgaben zu verbotenen Gegenständen. Auch bei jeder Rückkehr aufs Schiff mussten wir wieder durch die Sicherheitskontrolle.
Danach der Check-In: Ausweise vorzeigen, Foto machen lassen und die Bordkarten entgegennehmen.
Die Bordkarte war ab jetzt unser ständiger Begleiter. Sie diente als Kabinenschlüssel und zum Bezahlen an Bord.
An Bord stand dann noch die verpflichtende Seenotrettungsübung an. Dafür sollten wir uns bis zu einer vorgegebenen Uhrzeit die Sicherheitseinweisung ansehen – bei unserer Reise ging das über die AIDA-App oder den Fernseher in der Kabine. Anschließend liefen wir mit angelegten Rettungswesten zu unserer zugewiesenen Sammelstation. Damit war die Übung für uns erledigt.
In den Restaurants auf dem Kreuzfahrtschiff ist es laut und voll
Schon aus unseren früheren All-inclusive-Urlauben wusste ich: Die Lautstärke und das Gewusel in Buffetrestaurants überfordern mich manchmal. Deshalb war das eine meiner größten Befürchtungen vor unserer ersten Kreuzfahrt.
Wie war es also wirklich? Ich kann es nicht schönreden: leider so, wie ich es befürchtet hatte. Laut und voll.
Eine gute Uhrzeit zum Essen haben wir für uns nicht gefunden. Wie viel los war, schien auch davon abzuhängen, ob wir einen Seetag hatten oder das Schiff im Hafen lag. Meist fanden wir nach kurzem Umschauen einen freien Tisch. An einem Abend suchten wir allerdings in gleich zwei (!) Buffetrestaurants vergeblich.
Die Warteschlangen am Buffet waren meistens okay. Das ständige Gewusel drumherum fand ich trotzdem anstrengend. Wenn dann noch Seegang dazukam und ein torkelnder Gang, wurde es ungemütlich.
Nach 3 Tagen haben wir keine Lust mehr auf das Buffet Essen auf dem Kreuzfahrtschiff
Bleiben wir kurz beim Thema Essen. Ihr kennt es vielleicht aus anderen Urlauben: Am ersten Tag begeistert das riesige Buffet. Der Teller ist voll mit Klecksen verschiedener Speisen. Ihr steht mindestens viermal auf, um euch nachzuholen.
Jeden Tag landet weniger auf dem Teller, und an Tag fünf habt ihr schon keinen Appetit mehr. So geht’s uns zumindest – und so war es auch diesmal. Am ersten Tag schlugen alle voll zu, am letzten landeten Salat und Baguette auf dem Teller.
Bei der kostenpflichtigen Küchenführung auf dem Schiff lernten Mark und Jonas, dass die Speisen in den AIDA-Buffetrestaurants nach ganz genauen Anleitungen zubereitet werden. So soll alles auf jedem Schiff gleich schmecken. Damit es keine unliebsamen Abweichungen gibt, werden laut der Führung sogar haltbare Lebensmittel per Container zu entfernten Häfen gebracht. Kein Ketchupkauf in Singapur – der kommt per Container aus Hamburg!
Ihr könnt natürlich auch kostenpflichtig in den À-la-carte-Restaurants essen gehen. Das Essen ist dort qualitativ nochmal eine andere Nummer und die Atmosphäre deutlich entspannter.
Als Suitengäste war bei uns das Frühstück im À-la-carte-Restaurant eingeschlossen – das haben wir sehr genossen.
Müssen wir auf dem Kreuzfahrtschiff schick zum Essen erscheinen?
Das hängt ein wenig von eurer Reederei ab. Auf unserer AIDA-Reise gab es kein Gala-Dinner, und alle erschienen leger gekleidet zum Essen. Extra schicke Kleidung mussten wir also nicht einpacken. Männer sollten abends allerdings eine lange Hose tragen, und Bade- oder Sportbekleidung war im Restaurant nicht erwünscht.
Da unser Reiseziel Norwegen war und das Ganze im Herbst stattfand, sah die übliche Kleidung beim Essen so aus: Jeans, Pullover und Sneaker.
Auf dem Kreuzfahrtschiff ist es eng und voll
Über 3.000 Passagiere an Bord – gerade am Seetag haben wir das deutlich gemerkt. Auf jeder freien Fläche lümmelten Leute herum und spielten Karten, die Liegen am Pool waren belegt, und der Pool selbst war vor lauter Menschen kaum noch zu finden.
Ich würde euch gerne etwas anderes erzählen, aber genau so hat es sich für uns angefühlt.
Der Strömungskanal sah eher nach einem „Im-Wasser-Lümmel-Kanal“ aus, und auch die Geräte im Fitnessstudio waren am Seetag sehr gut besucht.
Auch hier waren wir wieder dankbar für die exklusiven Suitenbereiche. In der AIDA Lounge gab es Snacks und Getränke und wir fanden auch an Seetagen einen Platz. Der Innenbereich war zwar ebenfalls gut besucht, aber wir kamen immer unter. Im Sommer ist es mit dem Außenbereich sicherlich noch schöner. Unser Highlight waren die Infinity-Pools auf dem Patiodeck. Meist teilten wir uns den Pool mit einem anderen Paar. Hier waren wir tatsächlich überrascht, dass wir immer Platz fanden.
Übrigens: Auf unserer Donau-Flusskreuzfahrt empfand ich es deutlich entspannter. So etwas würde ich direkt noch einmal machen.
Werde ich seekrank auf dem Kreuzfahrtschiff?
Du liebe Zeit. Wie gerne würde ich endlich eines unserer Bedenken vor der Reise widerlegen. Schon wieder nicht. Trotzdem muss ich das hier einschränken.
Erst einmal unsere Erfahrung: Einer unserer Söhne und ich wurden seekrank. An einem Seetag lagen wir, benommen von den Medikamenten, nur im Bett und haben geschlafen. Wir sind allerdings auch die beiden, die für so etwas anfällig sind.
Der zweite Seetag verlief dafür völlig entspannt: ruhige See, kaum Schwanken und keine Probleme.
Wenn ihr zu Reiseübelkeit neigt, würde ich euch deshalb empfehlen, bei der Routenwahl genauer hinzuschauen:
- Wie viel Zeit verbringt das Schiff auf offenem Meer, wie viel in geschützteren Gewässern?
- Adria, östliches Mittelmeer, Ostsee oder Karibik sind – in der passenden Reisezeit – meist ruhiger.
- Steckt außerdem etwas mehr Zeit in die Kabinenwahl. Unsere Tipps dazu findet ihr weiter oben.
- Und denkt an eure Mittel gegen Reiseübelkeit.
Wir haben zwei Arten von Medikamenten gegen Reiseübelkeit dabei:
- Für „Ich brauche JETZT etwas“: Das Mittel wirkt bei mir schnell, macht mich aber auch unglaublich müde. Danach bin ich den restlichen Tag kaum noch zu gebrauchen und schlafe fast nur.
- Für „Das fühlt sich gerade nicht so schön an“: Mit dem anderen Mittel habe ich persönlich bessere Erfahrungen gemacht, wenn ich früh auf die ersten Anzeichen reagiere. Dann habe ich meistens auch noch etwas vom Tag.
Lasst euch am besten in der Apotheke beraten, welche Mittel gegen Reiseübelkeit ihr einpacken solltet.
Ist eine Kreuzfahrt das richtige für den Urlaub mit Teenagern?
Das hängt sehr von euren Teenagern und ihrer aktuellen Phase ab. Um euch die Entscheidung ein bisschen zu erleichtern, hier unsere Erfahrungen:
- Im Fitnessstudio auf unserer AIDA-Reise durften unter 16-Jährige nur die Cardiogeräte nutzen. Kam bei uns nicht so gut an.
- Es gab einen Teenagerraum mit Sitzgelegenheiten und Spielautomaten sowie eigene Kennenlerntreffen für diese Altersgruppe.
- Da gefühlt fast immer irgendein Buffetrestaurant geöffnet hatte, gab es viele Möglichkeiten, etwas zu essen. Hier half uns die AIDA-App sehr: Neben unserer Reiseroute konnten wir dort sehen, welches Restaurant gerade geöffnet hatte. Super für hungrige Teenager.
Was unserem technikinteressierten 17-Jährigen richtig gut gefallen hat: die kostenpflichtige Maschinenraumführung. Nett und mit einigen interessanten Infos war auch die Küchenführung – aber gewonnen hat ganz klar der Maschinenraum.
Reicht die Zeit des Landganges überhaupt aus?
Eigentlich ist es eine Frechheit, wenn ich das beantworte. Denn meine Erfahrung beruht auf genau EINEM Landgang. Geplant waren: Seetag – Landgang – Landgang – Seetag. Wetterbedingt fiel allerdings ein Landgang aus, und wir waren stattdessen einen Tag früher zurück in Hamburg.
Trotzdem gebe ich mal meinen Senf dazu: Für die Art, wie wir normalerweise reisen, reicht die Zeit nicht aus.
Ihr frühstückt, stellt euch in die Schlange, um von Bord zu gehen, besichtigt den Ort oder die Stadt und kommt abends zum Essen zurück. Damit habt ihr einen kleinen Einblick bekommen.
Wenn ihr am nächsten Tag schon in einem anderen Land anlegt, seid ihr direkt wieder mittendrin in anderen Geschichten, Kulturen und Gepflogenheiten. Zeit, in einen Reiseort einzutauchen und ihn intensiver kennenzulernen, bleibt dabei kaum.
Dazu kommt: Normalerweise schauen wir gezielt, wann möglichst wenige Menschen unterwegs sind. Oder auch: Wann sind die Kreuzfahrer noch auf dem Schiff oder schon wieder zurück? Diesmal ging das natürlich nicht. Wir waren selbst Teil der Tausenden, die gleichzeitig von Bord gingen.
Aber ich kenne viele Leute, denen genau dieser Einblick reicht: einen Überblick bekommen, die wichtigsten Attraktionen sehen und dann weiterreisen.
Wenn ihr euch genau das wünscht, kann auch ein Tag Landgang ausreichen.
Unser Fazit zur ersten Kreuzfahrt
Ich weiß, ich weiß. Dieser Artikel klingt stellenweise so, als hätten wir überhaupt keine schöne Zeit gehabt. Das stimmt aber nicht. Wir hatten eine wunderbare Zeit.
Vieles war so, wie ich es mir vorher vorgestellt hatte – auch die Dinge, bei denen ich Bedenken hatte. Deshalb war ich davon weder schockiert noch hat es mir den Urlaub verdorben.
Wir haben für uns eine gute Möglichkeit gefunden, uns zurückzuziehen. Und wir haben das gemacht, worum es mir bei diesem Urlaub vor allem ging: Zeit mit der Familie verbringen.
Trotzdem muss ich gestehen: Eine Kreuzfahrt entspricht nicht meiner bevorzugten Art zu reisen. Ich möchte nicht ausschließen, dass wir irgendwann noch einmal eine machen. Erst einmal freue ich mich aber wieder auf Zug, Camper und von mir aus auch Flugzeug.
Ich hoffe, ich habe hier nicht zu sehr den Miesepeter gespielt und euch die Lust auf eine Kreuzfahrt verdorben. Es gibt viele Menschen, die diese Art des Reisens lieben. Je besser ihr euch und eure Reisevorlieben kennt, desto besser könnt ihr einschätzen, ob ihr selbst einmal eine Kreuzfahrt ausprobieren möchtet.
Übrigens: Das Thema Umweltschutz habe ich in diesem Artikel bewusst ausgeklammert.
Transparenzhinweis zu dieser Kreuzfahrt
Wir haben diese Kreuzfahrt selbst gebucht, bezahlt und natürlich auch selbst erlebt. Bewusst verzichtet der strandfamilie-Reiseblog auf Pressereisen, Kooperationen und bezahlte Blogposts. So können wir euch unabhängig berichten: Wie war es? Wie hat es sich angefühlt? Und können in all diese Erlebnisse das Preis-Leistungsverhältnis mit einfließen lassen.
→ So verdienen wir mit dem Reiseblog Geld und wie wir KI nutzen.
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Wir hoffen, unsere Beiträge konnten euch bei der Reiseplanung helfen. In diesen Blog investieren wir viel Zeit und Leidenschaft, und wir stellen die Inhalte gerne kostenlos zur Verfügung. Falls ihr unsere Arbeit finanziell wertschätzen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Unterstützung – so helft ihr uns, weiterhin nützliche Inhalte für euch zu erstellen.
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