Wenn ihr nach Bildern zu Slowenien sucht, werdet ihr ganz schnell auch Fotos vom Lake Bled angezeigt bekommen: der blauschimmernde See mit der kleinen Insel samt Kirche, dahinter auf einem Berg die Burganlage und der Hintergrund noch getoppt durch das Bergpanorama.
Der Bleder See ist für uns ein echtes Highlight in Slowenien und egal, wie eure Tour aussieht – ein Besuch hier gehört definitiv ins Programm.
Wir zeigen euch in diesem Reisebericht, was ihr am Lake Bled alles machen könnt: Rundweg um den See, tolle Aussichtspunkte und Badestellen, Ausflug zur Vintgar Gorge und außerdem verraten wir euch unsere Erfahrungen auf dem Wohnmobilstellplatz in Bled.
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Lake Bled zu Fuß entdecken – einmal um den Bleder See
Bevor ich euch vom Rundweg um den Lake Bled erzähle, eine kurze Erklärung: Auf unserem Slowenien-Roadtrip arbeitete Mark unterwegs im Camper. Seid also nicht verwirrt, wenn hier mal „ich“ und dann wieder „wir“ steht. Genauso war es nämlich: Tagsüber war ich meist alleine unterwegs, abends dann mit Mark.
Direkt nach der Ankunft in Slowenien, durch den Karawankentunnel kommend, fuhren wir an den Lake Bled und erkundeten diesen:
Der Rundweg um den Lake Bled lohnt sich unserer Meinung nach total. Durch die Insel und den Burgberg habt ihr unterwegs immer wieder andere Blickwinkel auf den See – langweilig wird die Aussicht also definitiv nicht.
Die komplette Bleder See Umrundung sind etwa 6 Kilometer. Plant dafür ungefähr 1,5 bis 2 Stunden reine Gehzeit ein, also ohne längere Pausen, Badestopps oder die zusätzlichen Aussichtspunkte.
Der Weg ist größtenteils angenehm zu laufen, nur ein kurzer Abschnitt führt direkt an der Straße entlang. Mein liebster Punkt auf dem Rundweg war eine Aussichtsbank kurz vor dem Ufersteg (zwischen Café Belvedere und dem Campingplatz). Von hier schaut ihr auf die Bleder Insel (auf slowenisch: Blejski Otok) mit der Kirche Mariä Himmelfahrt und habt gleichzeitig die Burg im Hintergrund.
Auch der kurze Holzsteg, der dort startet, gehört für uns zu den schönsten Abschnitten der Runde.
Auf dem Lake Bled werden auch Fahrten mit den traditionellen Pletna-Holzbooten zur Insel angeboten. Wir selbst haben keine Bootstour gemacht.
Schaut den Bootsführern aber ruhig einmal beim Rudern zu, denn der Pletnar rudert im Stehen! Die Technik hatten wir vorher so noch nie gesehen. Und ganz nebenbei: Wie schön und gepflegt sind bitte diese Boote?
Wenn ihr zur Bleder Insel fahrt, dann solltet ihr auch die kostenpflichtige Kirche besuchen und dort an der Wunschglocke läuten!
Hier nochmal alle wichtigen Infos für den Rundweg am Bleder See auf einen Blick:
- Länge: 6 km, Dauer ohne Pause: 1,5 – 2 Stunden
- Im Sommer Badesachen einpacken, ihr kommt direkt an den Badestellen vorbei
- Idealerweise direkt mit den Aussichtspunkten kombinieren, die wir gleich vorstellen
- Toiletten und Trinkbrunnen gibt es immer wieder
Wanderung zu den Aussichtspunkten am Lake Bled
Ein ganz besonderes Highlight am Lake Bled ist für mich die Wanderung zu den Aussichtspunkten. Ich habe gleich mehrere miteinander kombiniert und zeige euch hier meine komplette Tour.
Gestartet bin ich zwischen dem Café Belvedere und Camping Bled. Ihr verlasst dort das Seeufer und lauft in den Wald hinein. Der Einstieg ist nicht sehr auffällig: Als Orientierung findet ihr dort einen Pfahl mit Wegmarkierungen, eine Sitzbank und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
Meine komplette Runde war etwa 7,6 Kilometer lang, hatte rund 310 Höhenmeter und ich war knapp 2,5 Stunden unterwegs. Ehrlich gesagt war ich bei den Höhenmetern etwas erstaunt – es hat sich unterwegs nach deutlich mehr angefühlt.
Durch die wurzeligen und steinigen Wege empfehle ich euch Wanderschuhe zu den Aussichtspunkten am Bleder See. Ich bin früh morgens gestartet und war um 11 Uhr wieder unten am See, da kamen wir dann deutlich mehr Touristen entgegen. Daher meine Empfehlung: Startet früh und genießt danach eine Kremšnita im Café Belvedere mit traumhaftem Blick auf den See (ich hab das echt vergessen zu machen! Also, ich hab natürlich mehrere Kremšnita gegessen – aber halt nicht dort mit DER Aussicht).
Ojstrica Bled – erster Aussichtspunkt auf den Lake Bled
Gestartet habe ich mit dem Aussichtspunkt Ojstrica. Zunächst folgt ihr einfach dem Weg geradeaus durch den Wald, bis ihr wieder an einem Wanderpfosten kommt. Auf diese solltet ihr wirklich achten. Einmal wäre ich fast an einer Abzweigung vorbeigelaufen, denn besonders viele andere Wegmarkierungen gibt es hier nicht.
Zum Ojstrica geht es dann ziemlich steil hoch. Der Weg führt über Steine und Felsen, teilweise gibt es ein Seil zum Festhalten. Oben angekommen steht ihr auf einem ziemlich schroffen Felsplateau und habt den freien Blick hinunter auf den Bleder See.
Für mich ist Ojstrica deshalb nicht nur wegen der Aussicht einer der schönsten Bleder See Aussichtspunkte. Mir hat auch der Weg nach oben und die felsige Location selbst richtig gut gefallen.
Übrigens: Besonders schön sollen die Sonnenaufgänge hier oben sein – das hab ich aber im Sommer dann doch nicht geschafft.
Velika Osojnica – Aussichtsbank am Lake Bled
Anschließend geht es weiter bergauf Richtung Velika Osojnica.
Hier wartet der nächste tolle Lake Bled Aussichtspunkt – diesmal ohne Kraxelpartie und dafür mit Bank. Perfekt für eine Pause.
Bei meinem Besuch am frühen Morgen war ich hier tatsächlich alleine. Wie voll es zu anderen Uhrzeiten ist, kann ich natürlich nicht beurteilen. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass die meisten sich auf die anderen beiden Aussichtspunkte konzentrieren.
Wenn ich von der ganzen Runde nur zwei Aussichtspunkte auswählen dürfte, wären es deshalb Ojstrica und Velika Osojnica. Da ihr aber auf dem Rückweg quasi eh an Mala Osojnica vorbeilauft, empfehle ich euch alle.
Mala Osojnica - einfachster Aussichtspunkt auf Lake Bled
Ab Velika Osojnica geht es nicht mehr weiter bergauf. Ihr lauft erst ein kleines Stück auf demselben Weg zurück und biegt anschließend Richtung Mala Osojnica ab.
Hier war bei meinem Besuch schon deutlich mehr los. Ihr steht dort an einer Absperrung und blickt auf den Lake Bled.
Danach ging es weiter zur steilen Treppe. Und spätestens hier war ich ziemlich froh, die Runde in dieser Richtung gelaufen zu sein: Ich musste die Treppe nämlich runter und nicht hoch. Außerdem hatte ich auf diesem Teil der Wanderung immer wieder richtig schöne Blicke auf den Lake Bled.
Meine Empfehlung für Lake Bled mit Kindern: Wenn ihr als Familie nur einen der Aussichtspunkte besuchen möchtet, dann ist Mala Osojnica der einfachste.
Baden im Bleder See
Im Sommer hat der See um die 25 Grad – perfekt also auch, um darin zu Schwimmen oder zum SUP fahren.
Es gibt zwei kostenfreie Badestellen am Lake Bled:
- beim Camping Bled
- beim Olympic Rowing Center
Kostenpflichtig könnt ihr direkt unter dem Schloss im Grajsko kopališče baden. Hier gibt es auch Wasserrutschen, Sprungbretter und verschiedene Pools.
Ausflug zur Vintgar Klamm vom Lake Bled
Auf wirklich jedem Reiseblog, den ich vorher gelesen hatte, stand: Unbedingt die Vintgar Gorge machen. Must-do in Bled.
Bevor ich euch gleich vom Ablauf erzähle, deshalb direkt mein Fazit: Die Vintgar-Klamm ist schön. Hohe Felswände, ein Holzsteg direkt durch die Schlucht, unglaublich klares und teilweise grün schimmerndes Wasser der Radovna, ein Wasserfall und später noch ein Höhenweg mit Blick auf die Berge.
Aber ein Must-do? Hätte ich persönlich sie nicht eingeordnet.
Lake Bled ist für mich zum Beispiel so ein Must-do. Weil sich selbst der begnadetste Maler dieses Fotomotiv vermutlich kaum besser hätte ausdenken können: See, Insel, Kirche, Burg und Berge. Und dann gibt es diese Kombination tatsächlich genauso in echt!
Die Vintgar Gorge könnt ihr so oder zumindest ähnlich auch an anderen Orten in Slowenien erleben. Ich fand sie schön, aber nicht so einzigartig, dass ich sagen würde: Die müsst ihr unbedingt gesehen haben.
Wenn ich bei wenig Zeit zwischen den Aussichtspunkten über dem Lake Bled und der Vintgar-Klamm wählen müsste, würde ich deshalb ganz klar die Aussichtspunkte nehmen.
Tickets für die Vintgar Gorge
Für die Klamm benötigt ihr Tickets, die ihr entweder online vorab mit einer festen Einlassuhrzeit bucht oder Vor Ort an der Busabfahrtstelle am Vintgar-Hub.
Wir waren Ende August am Lake Bled. Am Vorabend konnten wir online für den nächsten Nachmittag noch problemlos Tickets buchen, der Vormittag war allerdings bereits ausgebucht. Ihr solltet in der Hauptsaison also die Buchungsslots im Blick behalten – ihr bekommt aber angezeigt, wie viele freie Plätze noch verfügbar sind.
Mit dem Shuttle von Bled zur Vintgar-Klamm
Der Besuch der Vintgar Klamm ist ziemlich durchorganisiert. Nach der Ticketbuchung erhaltet ihr auch den genauen Ablauf, mit Zeiten, wann ihr wo sein solltet.
Von unserem Wohnmobilstellplatz in Bled sind wir etwa 15 Minuten zum Busbahnhof in Bled gelaufen. Von dort ging es mit dem Shuttle zunächst zum zentralen VINTGAR-Hub und anschließend mit einem weiteren Shuttle zum Besucherzentrum am Eingang der Schlucht (Am Besucherzentrum könnt ihr keine Tickets mehr kaufen!).
Am Eingang gibt es Toiletten und etwas zu essen und zu trinken. Mit eurem Ticket kommt ihr zur gebuchten Einlasszeit hinein, bekommt einen Helm und steht kurz darauf direkt in der Schlucht. Helme sind für den Weg durch die Vintgar Gorge Pflicht.
Der Besuch in der Vintgar-Klamm
Der eigentliche Weg durch die Schlucht ist etwa 1,6 Kilometer lang und führt größtenteils über Holzstege und Wege direkt an den Felsen entlang.
Obwohl der Besuch zeitlich gesteuert wird, hatten wir überhaupt nicht das Gefühl, durch die Schlucht geschleust zu werden. Wenn vor euch gerade eine größere Gruppe läuft, könnt ihr einfach etwas langsamer machen und Abstand entstehen lassen.
Gerade am Nachmittag lohnt es sich außerdem, sich immer mal wieder umzudrehen. Das Licht fiel bei uns zwischen den hohen Felswänden hindurch und spiegelte sich auf dem Wasser – eine tolle Stimmung.
Am Ende kommt ihr zum Šum-Wasserfall. Und keine Sorge: Auch hier gibt es wieder eine Möglichkeit für Essen, Getränke und eine Toilette. Verhungern oder verdursten werdet ihr bei diesem Ausflug also eher nicht.
Nach der Schlucht geht es auf einem 4,1km langen Weg über den King of Triglav Trail zurück Richtung Eingang und dem Shuttle.
Der erste Teil ging für uns recht steil durch den Wald und war ehrlich gesagt eher unspektakulär. Später wurde es dafür deutlich schöner. Der Weg führt dann über offene Bereiche mit Blick auf die Berge, auf Bled und an der St. Catherine’s Church vorbei.
Vom Start der Schlucht bis zurück waren wir ungefähr zwei Stunden unterwegs. Pausen an den Kiosken haben wir allerdings keine gemacht.
Falls ihr mit Kindern unterwegs seid: Für den Rückweg gibt es auch eine eigene spielerische Variante mit Stationen entlang des Weges und etwa in der Mitte am Kiosk auch einen Spielplatz.
Zurück nach Bled haben wir wieder die Shuttle-Kombi genommen. Bei unserem Besuch mussten wir nirgendwo lange warten. Wenn ihr ohnehin in Bled übernachtet, würden wir das deshalb genauso wieder machen und den Camper einfach stehen lassen.
Unterkünfte am Lake Bled
In Bled habt ihr eine große Auswahl an Hotels und Unterkünften. Wir selbst waren mit dem Camper dort – unsere Tipps für Campingplätze folgen noch – aber ich habe euch mal ein paar Unterkünfte rausgesucht, die wir auch buchen würden.
Da Bled an sich gerade im Sommer sehr trubelig ist, würde ich eher die gegenüberliegende Seite empfehlen. Von hier ist es auch nicht weit zu den kostenfreien Badestellen:
- Einen absolut traumhaften Blick vom Balkon habt ihr von dieser Ferienwohnung für 6 Personen (Booking.com)*.
- Moderner und mit verschiedenen Apartements direkt am See (Booking.com)*
- das Hotel Vila Bled (Booking.com)* am Café Belvedere mit eigenem Schwimmbereich direkt am See
Mit dem Camper am Lake Bled – auf dem Wohnmobilstellplatz
Der Campingplatz Camping Bled (Park4Night) direkt am See war bei unserer spontanen Anreise bereits voll. Hier könnt und solltet ihr in der Hauptsaison vermutlich vorab reservieren.
Einen freien Platz auf einem Wohnmobilstellplatz (Park4Night Link) haben wir dagegen ohne Probleme bekommen und dort zwei Nächte verbracht.
Der Stellplatz ist ziemlich funktional: Parkplatz, Strom, Wasser, Entsorgung sowie Toilette und Dusche. Direkt daneben liegt außerdem ein Supermarkt. Bis zum Lake Bled waren wir zu Fuß ungefähr 20 Minuten unterwegs.
Bei unserem Besuch haben wir 40 Euro für 24 Stunden bezahlt. Günstig fanden wir das nicht – dafür war der Platz sehr ruhig und vor allem extrem sauber.
So häufig haben wir ehrlich gesagt noch nie erlebt, dass ein Wohnmobilstellplatz gereinigt wird. Mindestens zweimal täglich kam bei unserem Aufenthalt die Kehrmaschine vorbei und auch die Sanitäranlagen wurden regelmäßig mit dem Kärcher sauber gemacht.
Campingromantik kommt auf dem Stellplatz nicht wirklich auf. Am Ende steht ihr eben auf einem Parkplatz.
Für unsere zwei Nächte und die spontane Anreise war er aber völlig okay: ruhig, sauber, alles Wichtige vorhanden und Bled zu Fuß gut erreichbar.
Alternative Campingplätze: Etwas mehr als eine halbe Stunde zu Fuß vom See liegt River Camping Bled (Park4Night) und eine Stunde zu Fuß lauft ihr vom Camp Sobec (Park4Night).
Unser Fazit zum Lake Bled
An Postkarten-Idylle ist das Motiv einfach kaum zu toppen und daher gehört für mich Lake Bled zu den Must-Sees in Slowenien. Das sehen ziemlich alle anderen auch so und deswegen müsst ihr auch auf alle anderen vorbereitet sein: Geht früh morgens zu den Aussichtspunkten, chillt danach am See und geht gegen Nachmittag in die Vintgar-Klamm (oder lasst das letztere bleiben).
Was ihr am Lake Bled noch machen könnt:
- Die Burg von Bled besuchen. Hatte ich fest vor. Nach den Aussichtspunkten waren die Füße aber müde.
- Mit Europas längster Seilbahn über den Fluss Sava Dolinka (GetYourGuide)*
- Auf der Bleder Sommerrodelbahn auf der Straža fahren: → Die Weltwunderer-Familie hat das gemacht und berichtet auch vom Camp Sobec.
Außerdem sind die Wege in Slowenien nicht sehr weit – beliebt sind Ausflügen an den Lake Bohinji und weitere Wanderungen im Triglav Nationalpark. Unsere weiteren Reiseberichte sind „in the making“!
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Die im Lake Bled Artikel genannten Unterkünfte sind zum Beispiel zu Booking.com verlinkt. Bucht ihr eine Unterkunft über einen unserer Links, erhalten wir eine Provision, an eurem Preis ändert sich nichts.
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