Prag gehört zu den reichsten Regionen Europas und trägt ihren Beinamen „Goldene Stadt“ völlig zu Recht. Geschichte, Literatur und Architektur sind hier allgegenwärtig – von gotischen Türmen über barocke Gassen bis hin zu modernen Kontrasten. Die Dichte an Sehenswürdigkeiten ist enorm, entsprechend viele Besucher strömen jedes Jahr in die tschechische Hauptstadt.
Auch während unseres sommerlichen Wochenendausflugs nach Prag mit Kindern war die Stadt gut gefüllt. Trotzdem ließen sich immer wieder ruhige Ecken entdecken: kleine Parks, versteckte Innenhöfe und weniger bekannte Aussichtspunkte. Genau diese Mischung aus lebendiger Großstadt und überraschend entspannten Momenten hat Prag schnell unglaublich sympathisch gemacht – und uns im Nu um den Finger gewickelt.
In diesem Reisebericht stellen wir unsere liebsten Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse in Prag mit Kindern vor – abwechslungsreich, familientauglich und ohne Stressfaktor.
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Unsere Highlights in Prag mit Kindern:
Die Karlsbrücke - beliebte Sehenswürdigkeit in Prag
Die Karlsbrücke stammt aus dem 14. Jahrhundert und zählt zu den ältesten Steinbrücken Europas – und natürlich zu den absoluten Highlights in Prag. Entsprechend voll ist es damit zwar, doch genau diese Lebendigkeit macht einen großen Teil ihres Charmes aus.
Zwischen den barocken Statuen tummeln sich Straßenkünstler, Musiker, mobile Souvenir-Stände, frisch vermählte Paare und unzählige Besucher aus aller Welt. Besonders bekannt ist die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk. Der Legende nach wurde er im 14. Jahrhundert von der Karlsbrücke in die Moldau geworfen, weil er sich weigerte, ein Beichtgeheimnis zu verraten. Heute gilt er als Schutzheiliger der Brücken. Viele Besucher berühren die kleine Reliefplatte an der Statue – das soll Glück bringen und dafür sorgen, eines Tages nach Prag zurückzukehren. Ein kleines Ritual, das auch Kindern meist viel Spaß macht.
Die Karlsbrücke war früher übrigens ein ganz besonderer Ort: Sie gehörte zum Krönungsweg der böhmischen Könige. Auf diesem Weg zogen die Herrscher feierlich von der Altstadt hinauf zur Prager Burg, um dort gekrönt zu werden.
Was wir leider verpasst haben: Richtig toll soll der Ausblick vom kostenpflichtigen Brückenturm auf die Karlsbrücke sein!
Petřín-Turm in Prag mit Kindern: Aussicht, Standseilbahn & Spiegellabyrinth
Zum Petřín-Turm, der oft „kleiner Eiffelturm“ genannt wird, führen gleich mehrere Wege. Entweder geht es zu Fuß durch eine wunderschöne Parkanlage bergauf – perfekt für eine kleine Pause im Grünen – oder bequem mit der Standseilbahn Petřín. Trotz der langen Schlange hatten wir fast schon mit einer Wartezeit gerechnet, am Ende ging es aber überraschend flott.
Oben angekommen stellt sich die nächste Frage: zu Fuß oder mit dem Aufzug hinauf auf den Turm? Für alle, die die Stufen wählen: Der Weg nach oben ist stellenweise recht eng und sehr windig. Mit kleineren Kindern oder bei wenig Geduld kann der Aufzug die entspanntere Wahl sein. Der Ausblick über Prag lohnt sich in jedem Fall – bei gutem Wetter reicht der Blick weit über die Stadt hinaus.
Nur ein paar Meter neben dem Turm befindet sich das Spiegelkabinett Petřín. Wer beides besuchen möchte, kann direkt ein Kombi-Ticket kaufen. Das Spiegellabyrinth ist überraschend elegant gestaltet, mit Parkettböden und gerahmten Spiegeln. Anfangs war die Enttäuschung groß, weil der richtige Weg ziemlich schnell gefunden war. Spätestens bei den lustigen Verzerrspiegeln war die Stimmung aber wieder bestens – und zwar nicht nur bei den Kindern. Auch die Erwachsenen hatten hier ordentlich Spaß.
Der Petřín-Hügel ist insgesamt ein tolles Ziel für Prag mit Kindern: viel Platz, Grünflächen zum Durchatmen und mehrere Attraktionen, die sich wunderbar miteinander kombinieren lassen.
Prager Burg - Rundgänge und Museen
Der Besuch der Prager Burg gehört ganz klar zu den Highlights in Prag – und das Gute zuerst: Das Gelände selbst ist kostenfrei zugänglich. Allerdings führt kein Weg an der Sicherheits- und Taschenkontrolle vorbei, und hier kann es je nach Tageszeit zu längeren Wartezeiten kommen.
Wenn ihr auch die Gebäude besichtigen möchte, braucht ihr ein Ticket und müsst euch für einen der verschiedenen Rundgänge entscheiden. Diese Tickets gelten für mehrere Sehenswürdigkeiten innerhalb der Burg, darunter der Dom, der Alte Königspalast und das Goldene Gässchen.
Am Veitsdom haben wir vormittags eine extrem lange Schlange erlebt, vermutlich durch ankommende Reisebusse. Nachmittags ging es dann überraschend schnell. Falls es also zu voll wirkt: ruhig später noch einmal vorbeischauen.
Ebenfalls Teil des Rundgangs ist der Alter Königspalast Prag. Hier wird Geschichte plötzlich ganz greifbar: Vom berühmten Fenster des Palasts aus wurden 1618 die katholischen Statthalter von protestantischen Adligen hinausgeworfen – der sogenannte Prager Fenstersturz, der als Auslöser des Dreißigjährigen Krieges gilt.
Besonders gespannt waren wir auf das Goldenes Gässchen. Der Legende nach arbeiteten hier früher Alchimisten, die versuchten, Gold herzustellen oder den Stein der Weisen zu finden. Die Realität: extrem viele Menschen. Wir wurden regelrecht durch die schmale Gasse geschoben. In einigen der kleinen Häuschen gibt es liebevoll gestaltete Ausstellungen und Einblicke in das frühere Leben – leider war es kaum möglich, alles in Ruhe anzuschauen. Am Ende waren wir ehrlich gesagt alle froh, wieder draußen zu sein. Schade, denn das Gässchen hätte deutlich mehr Potenzial.
Unser Fazit: Die Prager Burg ist beeindruckend und geschichtlich unglaublich spannend, kann mit Kindern aber schnell überwältigend werden. Ganz nett ist auch das Spielzeugmuseum.
Prager Altstadt und Astronomische Uhr
Die Astronomische Uhr am Altstädter Rathaus gehört zu den beliebten Sehenswürdigkeiten in Prag – und ist weit mehr als nur eine Uhr. Seit dem frühen 15. Jahrhundert zeigt sie nicht nur die Uhrzeit an, sondern auch astronomische Daten wie die Stellung von Sonne und Mond sowie verschiedene Kalenderanzeigen. Besonders zur vollen Stunde versammeln sich zahlreiche Besucher, um das kleine Figurenspiel zu beobachten. Für Kinder ist das ein kurzer, aber spannender Moment mitten im Stadttrubel.
Um die Uhr rankt sich auch eine ziemlich düstere Sage: Der Legende nach wurde ihr Erbauer Meister Hanuš geblendet, damit er niemals wieder eine ähnlich beeindruckende Uhr bauen konnte. Die Astronomische Uhr sollte einzigartig bleiben. Ob diese Geschichte stimmt, ist historisch nicht belegt – aber sie macht den Besuch gleich ein bisschen geheimnisvoller und bleibt auch bei Kindern gut hängen.
Die Astronomische Uhr befindet sich direkt im Altstädter Ring, weitere Sehenswürdigkeiten hier sind: Aussicht vom Altstädter Rathaus in Prag, Teynkirche, Pulverturm Prag (dort startete der Königsweg), Klementinum mit wunderschöner Bibliothek, Spanische Synagoge und das Jüdische Viertel.
Auf unserem Wunschzettel steht für das nächste Mal der Besuch im Lego Museum. Bestimmt ein Highlight für Kinder in Prag (und für Mark!).
Unser Fazit zu Prag mit Kindern:
Wie die meisten sehenswerten Hauptstädte ist auch Prag sehr gut besucht – besonders an sonnigen Sommer-Wochenenden. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind dann oft voll, Warteschlangen gehören stellenweise einfach dazu. Mit ein bisschen Flexibilität bei den Uhrzeiten und der Bereitschaft, auch mal einen zweiten Anlauf zu nehmen, lässt sich der Trubel aber gut abfedern.
Was uns positiv überrascht hat: Prag ist deutlich kinderfreundlicher, als wir es erwartet hätten. Zwischen all den historischen Highlights gibt es immer wieder Orte zum Durchatmen. Auf der Moldau liegt zum Beispiel eine kleine „Spielplatz-Insel“, die perfekt für eine Pause ist. Auf der anderen Uferseite finden sich großzügige Grünflächen, Parks und Wege, auf denen Kinder rennen und spielen können.
Genau dieser Mix macht Prag mit Kindern so angenehm: Sightseeing, Geschichte und beeindruckende Bauwerke – zwischendurch Eis mit Baumstriezel, Spielplätze oder Parkpausen – und am Ende des Tages glückliche, müde Kinder. Die Wege sind überschaubar, viele Highlights liegen nah beieinander und lassen sich gut miteinander kombinieren.
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