Wenn ihr gerade eine Weltreise oder eine längere Reise plant, stolpert ihr ziemlich schnell über eine Frage, die überraschend viel auslösen kann: Weltreise Route planen oder nicht? Kaum ein anderes Thema wird in Social-Media-Gruppen so leidenschaftlich diskutiert. Und oft klingt es dort, als gäbe es nur zwei Lager – richtig oder falsch, frei oder festgelegt.
Die einen sagen: Genau das ist doch das Besondere an einer Weltreise. Keine Route, kein Plan, einfach losziehen und spontan entscheiden, wo es als Nächstes hingeht. Die anderen wiederum fühlen sich wohler, wenn zumindest grob feststeht, welche Länder bereist werden sollen und welche Orte man auf keinen Fall verpassen möchte. Beides hat seine Berechtigung. Und beides bringt ganz eigene Herausforderungen mit sich.
In diesem Artikel geht es deshalb nicht um die perfekte Route oder um konkrete Länderempfehlungen. Sondern um die grundsätzliche Frage, ob es für euch sinnvoll ist, eine Weltreise im Voraus zu planen – oder eben bewusst nicht. Wir schauen uns die Vor- und Nachteile einer vorgeplanten Weltreise an und hoffen, dass euch diese Gedanken dabei helfen, euren eigenen Weg zu finden. Mit Route. Oder ohne.
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Vorteile einer vorgeplanten Weltreiseroute
Die Weltreiseroute nach der idealen Reisezeit planen
Bei einer vorgeplanten Weltreiseroute könnt ihr Reisezeit, Klima sowie Haupt- und Nebensaisons bewusst berücksichtigen. Das hat großen Einfluss darauf, wie angenehm – und wie bezahlbar – eure Reise am Ende wird.
Es gibt Regionen, die schlicht nicht ganzjährig sinnvoll bereisbar sind. Das nördliche Australien ist dafür ein gutes Beispiel. In der Regenzeit sind Straßen überflutet, Nationalparks teilweise geschlossen und bestimmte Strecken kaum oder gar nicht befahrbar.
Gleichzeitig heißt Planung nicht automatisch, immer nur zur idealen Hochsaison zu reisen. Gerade bei Regenzeiten gibt es oft Randzeiten, die bewusst genutzt werden können. Das Wetter ist dann meist noch stabil genug für viele Aktivitäten, während Preise und Besucherzahlen deutlich niedriger sind. Wer sich vorab informiert, kann diese Zeitfenster gezielt einbauen und kostengünstiger unterwegs sein.
Auch Ferienzeiten spielen eine große Rolle. In Ländern wie den USA, Kanada, Australien oder Neuseeland treiben Schulferien die Preise massiv nach oben, gleichzeitig sinkt die Verfügbarkeit. Plant ihr eure Route vorab, könnt ihr diese Zeiträume umgehen oder zumindest einkalkulieren – statt unterwegs überrascht zu werden.
Ein weiterer Vorteil: Eine geplante Route lässt sich geografisch sinnvoll aufbauen. Unnötige Zickzack-Flüge, große Distanzen in kurzer Zeit oder ständige Klimawechsel lassen sich vermeiden. Das bedeutet weniger Strecke, weniger Jetlag und weniger organisatorischen Stress.
Vorteil der geplanten Weltreiseroute: Planbarkeit von Budget & Zeit
Ein klarer Pluspunkt einer vorgeplanten Weltreiseroute ist die Planbarkeit von Budget und Zeit. Sobald Flüge und grobe Reiseroute feststehen, entsteht ein finanzieller Rahmen. Ihr wisst, womit ihr rechnen müsst – zumindest bei den großen Posten.
Vor allem bei teuren Bausteinen wie Langstreckenflügen oder einer längeren Camper- oder Mietwagenreise lohnt es sich oft, frühzeitig zu buchen. Das Angebot ist begrenzt, die Preise schwanken stark und wer früh dran ist, hat meist mehr Auswahl und bessere Konditionen. Sind diese Fixkosten einmal geklärt, lassen sich die Gesamtkosten der Reise deutlich realistischer kalkulieren.
Auch organisatorisch bringt das Klarheit. Eine feste oder zumindest grob geplante Route erleichtert die Planung eines Sabbaticals oder einer unbezahlten Auszeit.
Kein Wunder also, dass genau dieser Punkt häufig als Vorteil von RTW-Tickets oder Multi-City-Flügen genannt wird. Man kennt den zeitlichen und geografischen Rahmen der Reise und kann darauf aufbauen – selbst wenn vor Ort noch Spielraum bleibt.
Falls euch allein der Gedanke an frühes Buchen unter Druck setzt: Dann seid ihr einfach keine Planer. Das ist kein Nachteil, sondern eine persönliche Reiseentscheidung.
Verfügbarkeit bei Engpässen - rechtzeitige Reservierungen auf eurer geplanten Weltreiseroute
Ein weiterer wichtiger Vorteil einer vorgeplanten Weltreiseroute zeigt sich immer dann, wenn Orte oder Erlebnisse gefragt sind, aber nur begrenzte Kapazitäten haben. Bestimmte Regionen, Attraktionen oder Reiseabschnitte sind schlicht nicht unbegrenzt verfügbar – egal, wie flexibel ihr eigentlich reisen möchtet.
Ein gutes Beispiel dafür sind Campingplätze in stark frequentierten Nationalparks wie dem Yellowstone National Park. Die offiziellen Campgrounds sind teilweise bis zu ein Jahr im Voraus ausgebucht. Klar, theoretisch könnt ihr auch täglich in den Park hinein- und wieder herausfahren. Das ist machbar. Aber es verändert das Reisegefühl enorm.
Solche Engpässe gibt es nicht nur bei Campingplätzen. Auch beliebte Inseln, besondere Zugstrecken, begrenzte Fähren oder bestimmte Naturerlebnisse lassen sich ohne Vorplanung manchmal gar nicht oder nur mit viel Glück umsetzen.
Wenn euch bestimmte Orte, Attraktionen oder Erlebnisse auf eurer Weltreise wirklich wichtig sind, lohnt es sich deshalb, die Weltreiseroute zumindest grob vorab zu planen.
Weniger Planung unterwegs - Fokus auf die Reise
Ein oft unterschätzter Vorteil einer vorgeplanten Weltreiseroute ist, dass ihr euch unterwegs weniger organisieren müsst. Kein ständiges Recherchieren, kein tägliches Vergleichen von Preisen, keine endlosen Tabs mit Unterkünften, Routen und Optionen.
Grundsätzlich lieben wir Reiseplanung. Wirklich. Aber nach über zwei Jahren auf Weltreise haben wir gemerkt, wie ermüdend Planung unterwegs auf Dauer sein kann. Jeden Tag neu herauszufinden, wo man als Nächstes übernachtet. Zu überlegen, welches Ziel logistisch Sinn macht. Preise vergleichen, Angebote einholen, Verfügbarkeiten prüfen. Das alles gehört dazu – kann aber auch ganz schön anstrengend werden.
Was mich dabei manchmal am meisten stört: dass ich mich nicht vollständig auf den Ort konzentrieren kann, den wir gerade besuchen. Statt wirklich anzukommen, laufen im Kopf schon die nächsten Planungsschritte. Wo geht es weiter? Was kostet das? Ist noch etwas frei? Diese permanente mentale To-do-Liste begleitet einen mehr, als man vielleicht erwartet.
Visa vorab beantragen
Für viele Länder ist die Einreise unkompliziert. Das Visum kann online beantragt werden, dauert nur wenige Tage oder es gibt eine sogenannte Visa-on-Arrival-Regelung. Trotzdem gibt es Ausnahmen, bei denen spontane Entscheidungen schnell an ihre Grenzen stoßen.
Ein klassisches Beispiel: Für eine Reise nach Russland muss das Visum vorab beantragt werden. Auch in den USA reicht ein ESTA nur für Aufenthalte bis zu 90 Tagen. Möchtet ihr in diesem riesigen Land länger als drei Monate am Stück dort reisen, ist ein anderes Visum notwendig – und das muss im Heimatland beantragt werden. Solche Regelungen lassen sich unterwegs oft nicht mehr flexibel lösen.
Unabhängig vom Visumstyp verlangen viele Länder zudem einen Nachweis der Weiterreise. Ein Onward-Ticket oder ein festes Ausreisedatum erleichtert die Einreise erheblich und verhindert unangenehme Diskussionen am Check-in oder bei der Passkontrolle.
Selbst wenn ihr eure Weltreiseroute nicht komplett vorab festlegen möchtet, lohnt es sich daher, zumindest grob zu überlegen, welche Länder für euch infrage kommen und welche Visa-Bestimmungen gelten.
Nachteile einer vorgeplanten Weltreise-Route
Ihr könnt euch nicht treiben lassen - Ein Stück "Freiheit" fehlt
Der wohl häufigste Kritikpunkt an einer vorgeplanten Weltreiseroute ist die fehlende Flexibilität. Und ehrlich gesagt: völlig zu Recht.
Das vielleicht Schönste an einer ungeplanten Weltreise ist, dass ihr euch treiben lassen könnt. Gefällt es euch an einem Ort, bleibt ihr einfach länger. Kribbelt es im Bauch und ihr habt Lust auf etwas Neues, dann zieht ihr weiter. Dieses Gefühl von Freiheit ist für viele ein zentraler Bestandteil einer Weltreise. Der Alltag zu Hause ist weit weg, Verpflichtungen gibt es kaum noch. Ihr entscheidet selbst, wann der Tag beginnt, wann er endet – und wohin es als Nächstes geht.
Genau dieses Gefühl kann verloren gehen, wenn eine durchgetaktete Weltreiseroute keinen Spielraum lässt. Feste Flüge, vorgebuchte Unterkünfte oder eng gesetzte Zeitfenster kollidieren schnell mit spontanen Entscheidungen. Länger bleiben? Schwierig. Früher weiterziehen? Kostet Geld oder ist gar nicht möglich. Und plötzlich fühlt sich die Reise mehr nach Abarbeiten als nach Entdecken an.
Hinzu kommt: Unterwegs begegnet ihr anderen Reisenden. Vielleicht entsteht der Wunsch, eine Weile gemeinsam zu reisen. Oder ihr bekommt von Einheimischen Tipps für Orte, die ihr vorher gar nicht auf dem Schirm hattet – und die ihr nun unbedingt sehen möchtet. Mit einer strikt vorab organisierten Route verbaut ihr euch genau diese Möglichkeiten.
Ihr kennt euren eigenen Reiserhythmus noch nicht
Wenn ihr bisher noch keine längere Reise über mehrere Monate gemacht habt, kennt ihr euren persönlichen Reiserhythmus schlicht noch nicht:
- Seid ihr Menschen, die alle paar Tage die Unterkunft wechseln möchten?
- Oder fühlt ihr euch erst wohl, wenn ihr irgendwo eine Woche oder länger bleibt?
- Bevorzugt ihr Roadtrips mit dem Mietwagen oder reist ihr lieber langsam und günstig mit dem Local-Bus?
- Und wann ist eigentlich der Moment gekommen, an dem ihr eine Pause braucht, um all die Eindrücke zu verarbeiten – vielleicht mit ein paar ruhigen Tagen am Strand?
Viele Weltreisende sind in den ersten Monaten überraschend schnell unterwegs (wir auch!). Die Neugier ist groß, die Energie hoch, und man möchte so viel wie möglich sehen. Erfahrungsgemäß kommt aber bei den meisten irgendwann der Punkt (bei uns auch!), an dem sich das Tempo deutlich verlangsamt. Aufenthalte werden länger, Transfers weniger, bewusst eingeplante Reisepausen wichtiger.
Das Problem bei einer zu starren Planung: Ihr plant mit einem Gefühl, das sich unterwegs verändern wird. Reisen fühlt sich in der Realität oft komplett anders an, als ihr es euch zu Hause vorstellt. Bedürfnisse ändern sich. Dinge, die auf dem Papier gut klangen, passen plötzlich nicht mehr. Und dann können feste Entscheidungen anfangen zu nerven. Wenn ihr euch trotzdem dafür entscheidet, eure Weltreiseroute vorab zu planen, solltet ihr genau das berücksichtigen. Plant Reisepausen an einem festen Ort ein oder lasst bewusst zeitliche Freiräume. So bleibt Raum, euren eigenen Rhythmus erst unterwegs kennenzulernen – und die Reise an euch anzupassen, nicht umgekehrt.
Unsere Empfehlung für eine Weltreiseroute planen oder nicht:
Wie ging es euch beim Lesen der Vor- und Nachteile einer vorgeplanten Weltreiseroute?
Für mich ist das Thema bis heute zwiegespalten. Ich liebe es, spontan entscheiden zu können. Bei dem Gedanken daran, dass Mark heute schon Flüge für in sechs Monaten bucht, meldet sich bei mir oft ein leichtes Grummeln. Mark dagegen ist genau das Gegenteil. Er liebt die Vorfreude auf kommende Ziele – und die Gewissheit, dass wir nur 150 Euro für den Flug von Bali nach Australien bezahlt haben, weil wir früh gebucht haben, während der gleiche Flug aktuell bei 800 Euro liegt.
Und genau hier liegt der Kern: Ihr selbst müsst euch mit eurer Weltreiseroute wohlfühlen.
Erfahrungsgemäß entwickelt ihr euch während einer Weltreise weiter. Ihr verändert euch, eure Bedürfnisse verschieben sich – und manchmal passen die ursprünglichen Reisevorstellungen plötzlich gar nicht mehr zu dem, was ihr unterwegs wirklich braucht.
Solltet ihr euch für eine vorgeplante Weltreiseroute entscheiden, empfehlen wir euch deshalb, bewusst Luft einzuplanen. Vorgebuchte Flüge lassen sich oft nur schwer oder teuer ändern. Bei Unterkünften oder gemieteten Wohnmobilen könnt ihr dagegen darauf achten, dass Stornierungsoptionen bestehen und ihr euch zumindest hier Flexibilität bewahrt. Aus Kostengründen kann es durchaus sinnvoll sein, bestimmte Buchungen frühzeitig zu tätigen oder sich vorab Gedanken über eine möglichst günstige Route durch mehrere Länder zu machen. Gleichzeitig gibt es Regionen – Südostasien ist das klassische Beispiel – die sich auch ungeplant sehr gut, flexibel und vergleichsweise günstig bereisen lassen.
Am Ende spielt auch die verfügbare Zeit eine große Rolle. Je mehr Zeit ihr für eure Weltreise habt, desto freier könnt ihr reisen. Habt ihr dagegen nur ein paar Monate und klare Wunschziele, kann eine geplante Route helfen, diese auch wirklich umzusetzen.
Und jetzt seid ihr dran:
Seid ihr absolute Spontan-Reisende und euch fallen noch mehr Gründe gegen eine vorgeplante Weltreiseroute ein? Oder seid ihr Verfechter einer festen Planung und euer wichtigstes Argument fehlt hier noch? Dann hinterlasst uns gerne einen Kommentar – wir sind gespannt auf eure Erfahrungen.
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Transparenzhinweis
Dieser Artikel zum Thema Weltreise Route planen oder nicht basiert auf unseren eigenen Erfahrungen. Wir waren über drei Jahre auf Weltreise und haben diese selbst geplant, organisiert und finanziert. Wir hatten kein Round-the-World-Ticket. Unsere Route entstand teils im Kopf, teils spontan unterwegs. Oft hatten wir ein Ausreiseticket, da wir in vielen Ländern bis zu drei Monate geblieben sind – der maximalen Dauer eines Touristenvisums.
Es handelte sich bei unserer Reise nicht um eine Pressereise, keinen Auftrag und keine Kooperation. Alle Meinungen in diesem Artikel sind unsere eigenen und spiegeln unsere persönlichen Erfahrungen wider.
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Wir hoffen, unsere Beiträge konnten euch bei der Reiseplanung helfen. In diesen Blog investieren wir viel Zeit und Leidenschaft, und wir stellen die Inhalte gerne kostenlos zur Verfügung. Falls ihr unsere Arbeit finanziell wertschätzen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Unterstützung – so helft ihr uns, weiterhin nützliche Inhalte für euch zu erstellen.