Roadtrip durch die Oberlausitz mit dem Van: Oybin, Zittauer Gebirge, Rakotzbrücke & Fürst-Pückler-Park

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Mit Blick auf meine Polarsteps-Karte – dort zeichne ich auf, wo ich überall war – wurde mir plötzlich klar: Ostdeutschland kenne ich viel zu wenig. Viel zu oft zieht es mich weiter weg, dabei liegen so viele spannende Orte eigentlich gar nicht weit entfernt.

Also führte mich mein nächster Roadtrip mit dem Van nach Sachsen. Genauer gesagt: in die Oberlausitz. Zwei Ziele hatte ich mir vorher markiert, die ich unbedingt sehen wollte: Oybin im Zittauer Gebirge und die Rakotzbrücke im Kromlauer Park.

In diesem Reisebericht zeige ich euch meine Route durch die Oberlausitz, die ohne An- und Abreise ideal für zwei bis drei Tage ist. Es geht um kleine Orte, viel Natur, ein bisschen Geschichte und um die Frage, ob sich diese Ecke Sachsens auch für einen kurzen Camper-Roadtrip lohnt.

rakotzbrücke in kromlau
Rakotzbrücke
weg im kloster oybin an felsen entlang mit blick auf stadt
Oybin
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Route durch die Oberlausitz auf einen Blick

Anreiseabend: Kottmarsdorf
Übernachtung auf dem kostenlosen Stellplatz an der Windmühle mit schönem Lausitz-Weitblick (Park4Night)

Tag 1: Oybin im Zittauer Gebirge mit Kloster- und Burgruinen, Wanderung zum Stein-Zoo und zu den Kelchsteinen sowie eine zweite Wanderung zum Hochwaldturm und Baude → Übernachtung auf dem kostenpflichtigen Wohnmobilstellplatz An der Hölle (Park4Night)

Tag 2: Jonsdorf und Kromlau mit Wanderung zu den Nonnenfelsen und weiteren Felsformationen. Danach Weiterfahrt nach Kromlau, Spaziergang durch die Seenlandschaft und den Rhododendronpark mit der Rakotzbrücke. → Übernachtung auf dem kostenpflichtigen Parkplatz am Rhododendronpark (Park4Night)

Tag 3: Bad Muskau und Heimfahrt mit Fürst-Pückler-Park, Schloss und ein Spaziergang über die Neiße nach Polen

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Mehr Informationen

Etappe 1: Mit dem Van nach Oybin im Zittauer Gebirge

Da ich eine ziemlich weite Anreise aus Südhessen kommend hinter mir hatte, habe ich nach der langen Fahrt in Kottmansdorf mit Blick auf die Windmühle übernachtet. Direkt am Wohnmobil-Stellplatz führt euch ein kleiner Weg durch die Hecke zu einem tollen Oberlausitz-Weitblick mit Picknicktischen. Das war der schönste Stellplatz des gesamten Roadtrips durch die Oberlausitz!

windmühle in der lausitz
wohnmobilstellplatz oberlausitz
sitzbänke mit aussicht über die lausitz

Burg und Kloster Oybin - die vermutlich bekannteste Sehenswürdigkeit im Zittauer Gebirge

Morgens bin ich dann früh weiter nach Oybin gefahren – mit dem Plan, direkt zur Öffnung von Burg und Kloster dort zu sein.

Schon der erste Eindruck war besonders. Burg und Kloster Oybin stehen auf einem markanten Sandsteinmassiv, das mitten über dem Ort liegt. Die offizielle Seite beschreibt den Berg Oybin sogar als bekanntestes Felsmassiv des Zittauer Gebirges – mit einer Form, die an einen Bienenkorb erinnert. 

Das war eine ziemlich gute Entscheidung. Um 9 Uhr war ich fast allein unterwegs und konnte die Ruinen in Ruhe erkunden. Der Eintritt für Burg und Kloster Oybin ist kostenpflichtig, aber ich hatte die Größe der Anlage ehrlich gesagt völlig unterschätzt. Am Ende war ich ungefähr zwei Stunden auf dem Gelände, im Bergringweg und auf den Wegen rund um die Ruinen unterwegs. 

kloster oybin
oberlausitz sehenswuerdigkeiten oybin kloster

Die Ruinen liegen auf einem markanten Felsen über dem Ort, mit offenen Kreuzgängen, schmalen Felsgängen und immer wieder weiten Blicken über Oybin und das Zittauer Gebirge. Besonders der Kreuzgang direkt am Felsen hatte für mich was Filmreifes. 

Spannend fand ich auch, dass Oybin schon im 19. Jahrhundert ein bekanntes Reiseziel war. Die Maler der Romantik machten die Ruinen und die Felsen mit ihren Bildern bekannt. Also im Grunde: Reiseinspiration vor Instagram, nur mit Skizzenbuch statt Smartphone.

Nach dem Rundgang bin ich durch die Ritterschlucht – einem schmalen Gang zwischen Felswänden – zurück in den Ort gelaufen. 

kreuzgang klosterruine oybin
aussichtspunkt am kloster oybin

Unten in Oybin lohnt sich außerdem ein Blick auf die Umgebindehäuser. Diese besondere Bauweise aus Blockbau, Fachwerk und Massivbau gehört typisch zur Oberlausitz.

umgebindehaus in der lausitz
sehenswuerdigkeiten oberlausitz umgebindehaeuser

Kurzinfos: Burg und Kloster Oybin

Dauer: Plant mindestens 1,5 bis 2 Stunden ein.

Eintritt: Burg und Kloster Oybin sind kostenpflichtig (Homepage mit Infos).

Diese Sehenswürdigkeit in der Oberlausitz lohnt sich für: Alle, die Felsen, alte Mauern, Aussichtspunkte und etwas mystische Orte mögen.

Mein Tipp für das Kloster Oybin: Nehmt nicht nur den direkten Weg durch die Ruinen, sondern lauft auch die Wege rund um den Felsen. Gerade dort gibt es viele schöne Blicke auf Oybin und die Landschaft.

ausblick von ruine oybin
kloster oybin besuchen oberlausitz

Wanderung zum Stein-Zoo und zu den Kelchsteinen

Nach Burg und Kloster Oybin bin ich zur Wanderung Richtung Stein-Zoo gestartet. Die Runde ist ideal, wenn ihr Felsformationen mögt und bietet mit App-Unterstützung noch Spiele für Familien. Viele Felsen tragen Namen, weil sie mit etwas Fantasie an Tiere oder Figuren erinnern. Familienfreundlich heißt in diesem lang aber weder kurz noch sehr einfach! Ich habe mir unterwegs bewusst schmalere, etwas verwunschene Pfade gesucht und bin nicht der Beschilderung gefolgt.

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Blick auf Kloster Oybin
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Kelchstein
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Felsformation Taube

Kurzinfos: Stein-Zoo-Wanderung bei Oybin

Dauer dieser Wanderung im Zittauer Gebirge: Je nach Route etwa 1,5 bis 3 Stunden.

Anspruch: Die komplette Tour ist moderat, ihr könnt aber auch auf einfachen Wegen bleiben. 

Lohnt sich für: Familien, Naturfans und alle, die Felsen lieber spielerisch als hochalpin mögen.

Highlights der Wanderung bei Oybin: Kelchsteine, Mönchskanzel mit Blick auf Oybin, Brütende Henne, Scharfenstein, Töpfer.

felsformation brütende henne in oybin
Brütende Henne
toepfer oybin wanderung oberlausitz
Töpfer
wanderweg steinzoo in oybin

Wanderung zur Hochwaldbaude und zum Hochwaldturm

Nach einer Mittagspause im Camper bin ich noch einmal los. Mein Ziel war die Hochwaldbaude mit dem Hochwaldturm an der deutsch-tschechischen Grenze.

Ich hatte mir für den Hinweg einen sehr steilen Anstieg über Steine ausgesucht. Bergauf war das in Ordnung, bergab würde ich diese Variante aber nicht empfehlen. Wenn ihr die Tour plant, schaut euch vorher gut an, welche Route ihr nehmen wollt.

Oben am Hochwaldturm wartet ein weiter Rundumblick über das Zittauer Gebirge, die Oberlausitz und Richtung Tschechien. Der Turm ist kostenpflichtig, aber für mich hat sich der Aufstieg gelohnt. Danach würde ich auf dem Rückweg nach Oybin noch den kurzen Abstecher zur Ludwigshöhe einplanen. Von dort habt ihr einen schönen Blick auf Oybin und erkennt Burg und Kloster noch einmal aus einer anderen Perspektive.

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Felsiger Aufstieg zur Hochwaldbaude
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Ausblick Hochwaldbaude
aussicht auf kloster oybin
Ludwigshöhe

Kurzinfos: Hochwaldbaude und Hochwaldturm

Dauer der Wanderung bei Oybin: etwa 2 bis 3 Stunden.

Anspruch: Moderat, je nach gewähltem Anstieg. Manche Wege sind steil und steinig.

Lohnt sich für: Alle, die gern Aussichtstürme, Grenzwege und weite Blicke mögen.

Kosten: Der Hochwaldturm ist kostenpflichtig, nur Barzahlung (2 Euro).

Mein Tipp: Den sehr steilen, steinigen Weg würde ich eher bergauf als bergab gehen. Und plant die Ludwigshöhe mit ein – der Blick auf Oybin ist richtig schön.

aussicht lausitz hochwaldbaude
aussichtsturm hochwald
ausblick hochwaldbaude

Tipp für den Familienurlaub in Oybin: Viele der Sehenswürdigkeiten in Oybin erreicht ihr auch ohne Wanderung. Dafür steigt ihr in den kostenpflichtigen Gebirgsexpress und die Bummelbahn fährt euch dann die Höhenmeter hoch zum Töpfer (hier ist auch die brütende Henne), Burg und Kloster Oybin oder zum Hochwaldturm. 

bahn in oybin
Blick auf die Zittauer Schmalspurbahn

Wohnmobilstellplatz in Oybin

Zwar gewinnt der kostenpflichtige Wohnmobilstellplatz in Oybin keinen Preis für Idylle: Es ist ein Parkplatz. Aber er liegt zentral und ein paar Meter entfernt befindet sich ein freizugängliches Naturbad mit einem Kinderspielplatz. Unter der Woche, außerhalb der Ferienzeiten waren die Stellplätze Anfang Juni abends nicht komplett belegt.

Im benachbarten Jonsdorf gibt es eine Versorgungsstation für WC und Abwasser.

wohnmobilstellplatz oybin oberlausitz mit wohnmobil
spielplatz oybin mit kindern

Etappe 2 in der Oberlausitz: Wandern im Zittauer Gebirge und Landschaftspark

Wanderung in Jonsdorf mit Nonnenfelsen

Jonsdorf liegt nur wenige Autofahrminuten von Oybin entfernt und passt deshalb perfekt als nächste Etappe auf einem Roadtrip durch die Oberlausitz. Ich habe auf dem großen Wanderparkplatz geparkt und bin von dort direkt Richtung Nonnenfelsen gestartet.

Der Einstieg war sofort spektakulär. Der Weg führte zwischen Felsschluchten hindurch, so eng und verwunschen, dass ich mir kaum etwas Märchenhafteres vorstellen kann.

nonnenfelsen wanderung jonsdorf oberlausitz sehenswuerdigkeiten
oberlausitz sehenswuerdigkeiten nonnenfelsen

Oben an den Nonnenfelsen wartet ein schöner Ausblick. Außerdem gibt es dort einen Klettersteig, für den ihr allerdings richtige Kletterausrüstung braucht. Ich hatte zufällig Glück: Als ich dort unterwegs war, überquerte gerade jemand eine Felsschlucht auf zwei Seilen. 

nonnenfelsen im zittauer gebirge
landschaft der oberlausitz im zittauer gebirge

Danach ging es weiter entlang der tschechischen Grenze. Merken würdet ihr das unterwegs wahrscheinlich nicht unbedingt, aber auf der Karte sieht man gut, wie nah man hier an Tschechien entlangläuft. Der Weg bleibt abwechslungsreich: mal schmal, mal felsig, mal fast ein bisschen versteckt.

Besonders schön fand ich das Dunkle Loch, wieder mit hohen Felswänden und einem Blick Richtung Schau-Steinbruch. Danach kamen weitere Felsformationen wie die Mausefalle, die Kleine Orgel und die Große Orgel. Eine wirklich besondere Kombi aus engen Felspassagen, Steinformationen und Aussichtspunkten.

felsformation orgel oberlausitz sehenswuerdigkeiten
Große und Kleine Orgel
schaubergwerk in jonsdorf
Schaubergwerk

Kurzinfos: Wanderung bei Jonsdorf zu den Nonnenfelsen

Dauer der Wanderung im Zittauer Gebirge: Entspannt mit kurzer Pause etwa 3 Stunden. Zügig ist die Runde auch in rund 2 Stunden machbar.

Startpunkt: Großer Wanderparkplatz in Jonsdorf.

Anspruch: Einfach bis moderat. Es gibt schmale, felsige und teils wurzelige Wege, aber keine extremen Höhenmeter.

Highlights: Nonnenfelsen, Dunkles Loch, Schau-Steinbruch, Kleine Orgel und die engen Felspassagen.

jonsdorf oberlausitz sehenswuerdigkeiten
Dunkles Loch
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Felsformation Löwe - wobei ich eher "Fuß" finde

Rhododendronpark in Kromlau mit der bekannten Rakotzbrücke

Von Jonsdorf bis zum Rhododendronpark Kromlau sind es mit dem Auto etwa eineinhalb bis zwei Stunden. Ihr fahrt dabei grob durch das Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Polen. Theoretisch wäre also auch ein Stopp am Dreiländerpunkt möglich. Ich habe mir vorher Bilder angeschaut und war ehrlich gesagt nicht besonders angefixt: flache Landschaft, Brücken über den Fluss, bestimmt nett für den Haken auf der Karte – aber für mich kein Muss.

Also ging es direkt weiter nach Kromlau. Geparkt habe ich auf dem kostenpflichtigen Parkplatz am Rhododendronpark. Dort könnt ihr mit dem Camper auch übernachten, falls ihr den Besuch entspannter aufteilen wollt.

Der Rhododendronpark selbst hat mich allerdings nicht komplett vom Hocker gehauen. Vielleicht muss ich langsam einfach akzeptieren, dass ich kein großer Landschaftspark-Mensch bin. Schon der Central Park in New York hat bei mir keinen riesigen Wow-Moment ausgelöst. Ich merke immer wieder: Natürliche Wanderwege, schmale Pfade, Felsen und Wald holen mich deutlich mehr ab als angelegte Parklandschaften.

Heißt das, dass der Rhododendronpark Kromlau nicht sehenswert ist? Nein. Der Park ist echt groß (offiziell mit rund 180 Hektar angegeben), ganzjährig geöffnet und die Rakotzbrücke gehört definitiv zu den bekanntesten Highlights. Aber ob ihr wirklich alle weiteren Sehenswürdigkeiten im Park ablaufen müsst? Für mich persönlich eher nicht. Wenn ihr Fahrräder dabeihabt, ist das aber sicher eine nette Runde, weil sich die Wege und die weitere Umgebung dann entspannter verbinden lassen.  

Das klare Highlight ist die Rakotzbrücke. Sie wurde im 19. Jahrhundert als romantisches Landschaftselement gebaut und ist so angelegt, dass ihr Bogen sich im Rakotzsee spiegelt und optisch einen vollständigen Kreis bildet. Genau deshalb funktioniert dieser Ort als Fotomotiv so gut. Die Brücke besteht aus Basalt- und Feldsteinen, häufig wird sie auch Teufelsbrücke genannt.

rakotzbrücke in kromlau
teufelsbrücke kromlau

Nach dem Rhododendronpark bin ich noch durch die angrenzende Seenlandschaft gelaufen. Das war für mich fast spannender als der Park selbst. Die Landschaft ist vom früheren Abbau geprägt, unter anderem durch ehemalige Gruben und Seen. Besonders hängen geblieben ist mir der Smaragdsee, der wirklich auffällig blau schimmerte. Dort habe ich zufällig einen Fremdenführer getroffen, der mir erzählte, dass in der Region früher abgebaut wurde und manche Bereiche wegen Grundwasser nicht weiter genutzt werden konnten. 

sehenswuerdigkeiten kromlau oberlausitz
seenlandschaft oberlausitz kromlau

Kurzinfos: Rakotzbrücke und Rhododendronpark Kromlau

Dauer für den Besuch an der Rakotzbrücke: Für Rakotzbrücke und einen kurzen Rundgang reichen etwa 1 bis 1,5 Stunden. Wenn ihr den Rhododendronpark und die Seenlandschaft ausführlicher erkunden wollt, plant eher 2 bis 4 Stunden ein.

Parken: Kostenpflichtiger Parkplatz am Rhododendronpark Kromlau. Mit dem Camper könnt ihr dort auch übernachten.

Eintritt für diese Sehenswürdigkeit in der Oberlausitz: Der Kromlauer Park ist frei zugänglich und ganzjährig geöffnet.

Highlight: Die Rakotzbrücke mit ihrer Spiegelung im Rakotzsee. Bei ruhigem Wasser entsteht der bekannte Kreis.

rhododendronpark kromlau oberlausitz
oberlausitz raodtrip kromlau park

Fürst Pückler Park in Bad Muskau

Der Fremdenführer am Smaragdsee hatte mir noch sehr nahegelegt, unbedingt auch den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau zu besuchen. Immerhin sei das der größte Landschaftspark im englischen Stil in Zentraleuropa. Also gut. Trotz meiner eher überschaubaren Begeisterung für Landschaftsgärten bin ich am nächsten Tag noch nach Bad Muskau gefahren.

Der Muskauer Park, wie er offiziell heißt, ist tatsächlich riesig. Er liegt beidseits der Neiße, also in Deutschland und Polen, und gehört seit 2004 zum UNESCO-Welterbe. Angelegt wurde er ab 1815 von Hermann Fürst von Pückler-Muskau – ja, genau, der Name, den ihr vermutlich vom Fürst-Pückler-Eis kennt. Wobei das Eis nicht von ihm erfunden wurde, sondern später nach ihm benannt wurde.

Ich bin ungefähr zwei Stunden durch den Park gelaufen und habe wirklich versucht, diese viel erwähnten Sichtachsen zu entdecken. Also die geplanten Blicke, die Fürst Pückler durch Wege, Wiesen, Bäume, Gebäude und Landschaft gebaut hat. 

Auch wenn sich der liebe Fürst Pückler sichtbar Mühe gegeben hat, auch wenn alles durchdacht ist, auch wenn die Sichtachsen kunstvoll angelegt wurden – ich laufe lieber durch normale Natur. 

Aber lasst euch von meinem Urteil nicht abschrecken. Zu sehen gibt es im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau einiges: weitläufige Wege, alte Bäume, die Neiße als Grenzfluss zu Polen, mehrere Brücken, auf denen ihr ganz nebenbei zwischen Deutschland und Polen wechselt, und natürlich das Neue Schloss.

Das ist mit seinen Türmchen, den hellen Fassaden und dem romantisch-kitschigen Look tatsächlich ein Hingucker.

Eigentlich hätte mich auch die Dauerausstellung über Fürst Pückler im Neuen Schloss gereizt. Der Mann war nämlich selbst ein richtiger Reisender, schrieb über seine Reisen und lebte offenbar nicht gerade im Sparmodus. Für seinen Landschaftspark verschuldete er sich stark und ließ sich sogar von seiner Frau scheiden, damit er auf die Suche nach einer reichen Partnerin gehen konnte.

Aber mein Parkticket lief ab und ich entschied mich dann doch dagegen, dies nochmal zu verlängern.

fürst pückler park in bad muskau
fürst pückler park mit schloss

Kurzinfos: Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau

Dauer für den Besuch im Fürst-Pückler-Park: Mindestens 2 Stunden für einen Spaziergang, mit Museumsbesuch länger.

Parken: Kostenpflichtiges Parken in der Umgebung. Für Camper den teureren Parkplatz am Rathaus.

Eintritt für den Bad Muska Park: Kostenlos.

Highlight: Das rosafarbene Schloss direkt am See.

fürst pückler schloss spiegelt sich im see
fürst pückler schloss

Mein Fazit zum Lausitz-Roadtrip

Die Lausitz hat mich echt überrascht. Gerade die Landschaft rund um Oybin im Zittauer Gebirge war einfach mega, dazu war deutlich weniger los als ich es erwartet hätte (lag vielleicht an über 30 Grad – ist sicherlich nicht das perfekte Wanderwetter) und ich habe spontan überall Stellplätze für die Nacht gefunden.

Was mir nicht so gut gefiel: Ich musste immer Parkgebühren zahlen und damit schon im Vorfeld festlegen, wie lange ich auf dem Wanderparkplatz bleibe. Führte zu weniger Pausen, als ich es mir im Nachhinein gewünscht hätte. Außerdem gab es echt viele durch Baustellen gesperrte Straßen, die das Navi nicht kannte – ich fuhr also einige Male planlos durch die Gegend.

Aber insgesamt: Eine sehr empfehlenswerte Region! Ich komme bestimmt wieder. Auf meinem Wunschzettel steht jetzt ein Städtetrip mit dem Zug nach Görlitz und Bautzen.

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  • Beitrag zuletzt geändert am:3. August 2026