Karibikküste Costa Ricas

Karibikküste Costa Ricas
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Wir erkundeten die Karibikküste Costa Ricas nach unserem Aufenhalt an der Pazifikküste. Da es keine Straßenverbindung vom Süden der Pazifikküste zum Süden der karibischen Seite des zentralamerikanischen Landes gibt, führte uns der Weg durch das Valle Central. Dort legten wir in Turrialba einen Stopp ein und machten ein actionreiches Rafting auf dem Fluss Pacuare mit unseren Kindern. Grundsätzlich ist das Rafting erst für Kinder ab 12 Jahren geeignet – auf Grund des geringen Wasserstandes während der Trockenzeit, durften wir dennoch teilnehmen (Julian war zu dem Zeitpunkt 9 Jahre alt). Das Rafting auf dem Pacuare gehört auf jeden Fall zu unseren Highlights in Costa Rica!

Alternativ bietet es sich auch an, eure Rundreise in Costa Rica an der Karibikküste zu starten – die Karibikseite ist wesentlich „kürzer“ und die Hauptgebiete beschränken sich auf eine relevante Region im Norden – den Tortugero Nationalpark – und dann um Puerto Viejo im Süden.

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Besonderheiten der Karibikküste Costa Ricas

Die Karibikküste Costa Ricas unterscheidet sich aus unserer Sicht gewaltig von der Pazifikküste. Woran liegt das?

  • Als günstige und robuste Arbeiter wurden Jamaikaner an die Karibikküste gebracht. Durch die Rassentrennung war es den Jamaikanern sogar bis 1949 verboten, die Küstengebiete auf dieser Seite Costa Ricas zu verlassen. So ist diese Region stark geprägt durch die Kultur der Jamaikaner.

  • Damals wurden unzählige Arbeitskräfte von der United Fruit Company benötigt, heute übernehmen die gigantischen Bananen-Exporteure wie „Chiquita“, „Dole“ und „Del Monte“ diesen Part. Große Teile des Landes bestehen aus Bananenplantagen, dazu weiter unten im Blogbeitrag mehr.

  • Das Klima ist ganz anders! Während wir an der Pazifikküste im Februar in der Hitze brüteten, saß ich an der Karibikküste im Pulli am Strand. Grundsätzlich ist es dort feuchter und es regnet häufiger, insgesamt ist das Wetter sehr instabil und der Blick an den aktuellen Himmel ist oft hilfreicher als ein Studieren der Wetter-Apps.

  • Aus einem mir unbekannten Grund gibt es an der Karibikküste viel mehr Faultiere zu sehen. An der pazifischen Seite konnten wir die Faultiere gerade so im Baumwipfel mit dem Fernglas entdecken. Am karibischen Meer Costa Ricas dafür auch aus der Nähe.

  • Gefühlt wimmelt es an der Pazifikküste von Aussteigern aus Kanada und den USA. An der karibischen Seite gibt es dafür viel mehr Europäer. Hier an der Ostküste ist es irgendwie rauer, es gibt weniger Hotels, die Infrastruktur für Touristen ist nicht ganz so ausgebaut (abgesehen von Puerto Viejo).
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Cahuita Nationalpark

Der Eintritt zum Cahuita Nationalpark am Eingang „Kelly Creek“ ist grundsätzlich frei – um eine freiwillige Spende wird gebeten. Am Eingang „Puerto Vargas“ wird ein -für costa-ricanische Verhältnisse – geringer Eintrittspreis erhoben. Die Parkgebühren empfanden wir als unverschämt, es gibt aber genügend kostenfreie, dafür unbewachte, Parkmöglichkeiten.

Ihr solltet auf jeden Fall genügend Trinkwasser für euren Ausflug einpacken. Im Park gibt es keinen Kiosk. Wir liefen etwa ein Drittel der ausgebauten Wege. An der Spitze des Strandes „Punta Vargas“ drehten wir schließlich wieder um. Alternativ könnt ihr den gesamten Park durchlaufen und am anderen Ausgang mit dem Bus zurück zu eurem Auto bzw. nach Cahuita fahren.

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Der Cahuita Nationalpark an der Karibikküste Costa Ricas wird von einem wundervollen Korallenriff umgeben – verspricht der Reiseführer. Schnorcheln ist an den meisten Stellen nur mit einem örtlichen Guide erlaubt und etwas Bedenken haben wir, was den Zustand des Riffes betrifft, als wir am Strand eine Pause einlegen: tote Korallen liegen auf dem gesamten Strand, so weit das Auge reicht. Nach einer kurzen Recherche stellten wir fest, dass die auf den Bananenplantagen eingesetzten, teils sehr giftigen Chemikalien wohl durch die Flüsse ins Meer gelangen und den Fortbestand des Korallenriffes bedrohen.

Wir entdeckten im Cahuita Nationalpark unzählige Waschbären, Affen und Blue Morpho Schmetterlinge. Weit oben im Baum lümmelte ein Faultier vor sich hin – grundsätzlich werdet ihr im Cahuita Nationalpark sicher viele Tiere und bestimmt auch Faultiere sehen. Wir haben einfach ein unglaublich schlechtes Timing für Faultier-Sichtungen – ihr macht das sicher besser!

Der Nationalpark Cahuita gehört zu den schönsten Parks, welche wir mit unseren Kindern in Costa Rica besucht haben!

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Puerto Viejo

Dem belebten Puerto Viejo konnten wir leider nicht so viel abgewinnen. Ihr findet in Puerto Viejo unzählige Restaurants, Strandbars, Souvenir-Shops und Supermärkte. Handwerkskunst wird am Strand verkauft, Reggae-Musik tönt aus Musikboxen und junge Leute ziehen durch die Straßen. Von Strand zu Strand. Mit Surfbrett und Fahrrad. Vielleicht sind wir mittlerweile zu alt. Keine Ahnung. Wir konnten diese mitreißende Atmosphäre, von der andere Reisende uns berichteten, nicht fühlen.

In Puerto Viejo könnt ihr euch Fahrräder leihen, es gibt auch genügend Kinderfahrräder. Besonders beliebt ist die Strecke nach Manzanillo, jedoch solltet ihr euch den Verkehr vorab gut anschauen: ihr fahrt auf der normalen Straße, dort sind auch einige LKWs unterwegs und es mangelt nicht an Schlaglöchern. Wir würden nur mit Kindern, die wirklich sicher auf dem Fahrrad sind, dort entlang fahren!

Unsere Unterkunft war übrigens am ruhigeren Playa Negra. Schöne Wellen, um mit dem Bodyboard zu toben, schöner und einfach auch „karibischer“ fanden wir dennoch den Punta Uva.

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Schiffswrack Puerto Viejo

Punta Uva

Einer der schönsten Strände an der Ostseite Costa Ricas war für uns Punta Uva! Wenn ihr an den ersten Restaurants und kostenpflichtigen Parkplätzen vorbeifahrt, könnt ihr dann auch kostenfrei direkt am Strand parken. Die mittleren Strandabschnitte sind die schönsten. Die Palmen wachsen fast bis direkt ins Wasser und ab und zu laufen Strandverkäufer mit leckeren Empanadas vorbei.

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Schiffswrack am Playa Manzanillo

Zufällig entdeckten wir das Schiffswrack am Playa Manzanillo auf dem Rückweg nach unserem Besuch des Nationalparks Gandoca-Manzanillo. Wir sind große Lost Place-Fans und ein verlorenes Schiffswrack am einsamen Strand ist natürlich ein Jackpot für uns!

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Nationalpark Gandoca-Manzanillo

Ganz im Süden der Karibikküste Costa Ricas befindet sich der Nationalpark Gandoca-Manzanillo. Als wir uns am Eingangsbereich die Karte anschauten, meint Julian: „Aber da geht’s ja schon nach Panama!“.

Wie auch schon im Cahuita Nationalpark wird lediglich um eine Spende gebeten – es wird kein fester Eintrittspreis erhoben. Im Park finden sich keine sanitären Anlagen oder Verpflegungsmöglichkeiten. Dafür aber ABSOLUTE TRAUMSTRÄNDE!! Zwar haben wir kaum Tiere gesehen, nur ein paar Affen, trotzdem unbedingt hingehen!

Nach einer Weile haben wir jedoch abgebrochen und sind umgekehrt. Die Wege sind irgendwann gar nicht mehr ausgebaut, wir standen richtig dolle im Schlamm und sind immer wieder ausgerutscht. Idealerweise also vielleicht besuchen, wenn es nicht die ganze Nacht geschüttet hat…

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Und wie ist das mit den Bananen?

Ein Blogbeitrag über die Karibikküste Costa Ricas sollte einfach auch einen Hauch von Bananen haben. Nicht die romantische Art, wie in der Janosch Geschichte („Oh, wie schön ist Panama*“). Wir ersetzen die duftende Bananenkiste durch Anlagen mit riesigen Containern. Der kleine Bär und der kleine Tiger sind in unserem Fall keine Abenteurer, die am Ende in ihr wohliges Heim zurückkehren. Es sind Arbeiter, die in einfachsten Blechhütten direkt an der Plantage leben und mit ihrem Lohn eher schlecht als recht über die Runden kommen. Und am Ende, da staunen Tiger und Bär, wie groß doch alles geworden ist. Auch dies hat einen einfachen Grund: Pestizide, die breitflächig über die Plantagen gespritzt werden. Große Warnschilder am Rande der Plantagen weisen auf die giftige Gefahr hin. Ja, Tiger und Bär, habt ihr die Schilder denn nicht gesehen?

Der Bananenhunger ist groß. Über 320.000 Tonnen exportiert alleine Costa Rica nach Deutschland. Angebaut wird in Monokulturen, eine einzige Sorte Banane. Schon am Flughafen fallen uns Warnschilder auf. Was es zu beachten gilt, falls man irgendwo auf einer Bananenplantage war. Fest steht: befällt eine Krankheit die eine angebaute Bananensorte, steht auf einmal der weltweite Bananenanbau vor einem riesigen Problem. Die jüngere Bananengeschichte in Mittelamerika war eher schwierig. Costa Rica machte sich von den Amerikanern, die die Banane in aufwendigen Werbevideos bekanntmachten, abhängig. Auch heute noch liegt der Bananenhandel in der mächtigen Hand der großen Firmen. Kleinbauern und Fairtrade-Bananen sind eher die Seltenheit.

Die Gegend um Puerto Limon an der Ostküste Costa Ricas spricht eine eindeutige Sprache: Armenviertel, kilometerweise Containeranlagen und Bananenplantagen, auf denen man keine einzige Banane sieht – zum Schutz der Früchte ist jede Staude in eine blaue Plastiktüte gewickelt.

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Bananen Förderanlage in Costa Rica

Nationalpark Tortuguero

Der Nationalpark Tortuguero liegt im Norden an der karibischen Küste Costa Ricas. Die Anreise erfolgt per Boot oder kleinem Flugzeug. Ganz klar: ihr wählt das Boot. Das Auto steht dann so lange auf einem kostenpflichtigen, bewachten Parkplatz direkt am Bootsableger. Dort erhaltet ihr auch die Tickets für die Bootsfahrt. 

Die Fahrtzeiten der Fähre zum Tortuguero Nationalpark hängen stark vom Wasserstand ab. Unsere Hinfahrt dauerte wesentlich länger, da wir zweimal auf einer Sandbank hängen blieben. Da es während unserm Aufenthalt aber heftig regnete, klappte die Rückfahrt in einem Wusch und dauerte nur 40 Minuten. Idealerweise reist ihr wie wir nur mit Handgepäck, ansonsten: einmal umpacken. Die Boote sind klein, mit wuchtigen Koffern ist das kein Spaß.

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Das besondere Highlight im Tortuguero Nationalpark ist die Nistsaison der Schildkröten: Von März bis Juni landet die Lederschildkröte und von Juli bis Oktober die grüne Meeresschildkröte. Wir waren Ende März dort, jedoch kamen zu diesem Zeitpunkt keine Schildkröten zum Nisten.

Zum Schutz der Tiere dürfen die Strände ab abends nur mit einem offiziellen Guide betreten werden. Die Beobachtung, wie die Schildkröten in Trance aus dem Wasser kommen und ihre Eier ablegen, muss eine ganz besondere Erfahrung sein. Lest euch hierzu den Bericht von „globusliebe“ durch!

Wenn ihr die Eiablage beobachten möchtet, solltet ihr beachten, dass die Chance hierzu während der Nistsaison der grünen Meeresschildkröte wesentlich höher ist. Zum einen kommen einfach wesentlich mehr Schildkröten dieser Art zum Nisten an die Strände, zum anderen legt die grüne Meeresschildkröte meist am frühen Abend an (die Lederschildkröte eher gegen Mitternacht). Ganz wichtig jedoch: Die Beobachtung sollte immer aus Abstand und in völliger Ruhe erfolgen.

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Baby-Kaiman
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Baby-Krokodil

Wir haben vor Ort lediglich an einer frühen Bootstour teilgenommen und währenddessen sogar ein Baby-Krokodil und ein Baby-Kaiman gesehen! Obwohl wir zum Zeitpunkt unseres Besuches des Tortugueros Nationalparks schon fast drei Monate in Costa Rica waren, erfuhren wir wieder super viele neue Infos zur Tier- und Pflanzenwelt in Costa Rica!

Der Ort an sich ist überschaubar. Es gibt eine einfache Straße, keine Autos. Ihr findet Restaurants und Supermärkte. Alles wirkt sehr karibisch entspannt. Weniger touristisch, als wir es erwartet hatten. An den Stränden sollte man nicht schwimmen, die Strömung ist sehr stark. Eigentlich hatten wir vor an einer Nachtwanderung teilzunehmen, aber dann überkam uns das pralle „Pura Vida-Feeling“ und wir entschieden uns für chillen auf der Terrasse mit Blick auf den Sonnenuntergang.

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Unser Fazit zur Pazifikküste Costa Ricas mit Kindern:

An der Karibikküste Costa Ricas hat uns der Strand Punta Uva und der Nationalpark Cahuita am besten gefallen.

Bleibt die große Costa Rica Frage: „Pazifikküste oder Karibikküste? Wo gefällts euch besser?“ Gefühlt schließen wir uns der Mehrheit der Costa Rica-Reisenden an: Die Pazifikküste hat uns besser gefallen. Unsere Highlights der Pazifikküste Costa Ricas mit unseren Kindern gibts hier.

Das mag unter anderem aber auch der der Geschichte der Karibikküste liegen. Uns ist niemand unfreundlich begegnet. Wir haben uns stets sicher gefühlt (dafür sind wir aber an der Pazifikküste bestohlen worden – aber das war irgendwie auch unsere eigene Schuld). Und trotzdem bleibt bei mir dieser schale Geschmack. Die Jamaikaner, die als günstige Hilfsarbeiter ins Land geholt wurden und lange Zeit die Küste nicht verlassen durften. Bananenplantagen so weit das Auge reicht. Warnschilder vor Pestiziden. Container, die Bananen nach Deutschland verschiffen. Armenviertel. Wir waren zu kurz an der Karibikküste, um einen echten Einblick zu bekommen. Mein Bauchgefühl sagt: Da gibt’s noch ganz schön viel Schatten rund um die karibischen Stränden Costa Ricas.

In unserem Blogbeitrag „Reisetipps für eure Costa Rica Reise“ haben wir alle Tipps für euren Roadtrip zusammengestellt.

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