Das „Historic Triangle“ in Virginia besteht aus drei historisch bedeutenden Städten der Vereinigten Staaten: der ersten anhaltenden Siedlung Jamestown, der ehemaligen Hauptstadt Williamsburg und der Siedlung Yorktown, wo eine entscheidende Schlacht im Unabhängigkeitskrieg geführt wurde.
In diesem Blogbeitrag gibts unseren Reisebericht zum Historischen Dreieck der USA mit allen Tipps und Sehenswürdigkeiten:
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Wieviel Zeit für das Historische Dreieck einplanen?
Wir hatten für jedes der drei Ziele einen kompletten Tag eingeplant. Grundsätzlich würden wir es auch genau so empfehlen. Denn wenn ihr euch wirklich mit der Geschichte der USA beschäftigen und alle Ausstellungsstücke der Museen – inklusive der Filmvorträge und den Erzählungen der Schauspieler in den Freilichtmuseen – sehen möchtet, dann benötigt ihr einen ganzen Tag pro Stadt.
Jetzt kommt das große Aber: Wir selbst starteten unsere „Geschichtsreise“ durch das Historische Dreieck in Virginia in Jamestown, besuchten dann Yorktown und am dritten Tag in Williamsburg war die Luft raus. Niemand hatte mehr Lust auf ein weiteres Freilichtmuseum.
Für alle Hardcore-Geschichtsinteressierten also ganz klar die Empfehlung: Nehmt euch drei Tage Zeit! Für alle, die mit Kindern reisen und sich einen Überblick verschaffen wollen, reichen unserer Meinung nach auch zwei Tage im Historischen Dreieck der USA.
Kurzer Überblick über das historische Dreieck in den USA: Wo kriege ich was geboten?
Jamestown
Es gibt zwei verschiedene Bereiche:
- Kostenpflichtiges Musem Jamestown Settlement mit einem großen Innenbereich zur Besiedlung und den drei verschiedenen Kulturen, die hier aufeinander trafen: Briten, Powhatan, Afrikaner. Der Außenbereich ist ein Freilichtmuseum mit Nachbauten der Siedlung, einem Powhatan Dorf und den Schiffen, mit welchen die Briten nach Amerika segelten
- Nationalpark an der Original „Besiedlungsstelle“ (kostenpflichtig oder „America the Beautiful“ Jahrespass, Link zum Nationalpark)
Yorktown
Es gibt drei verschiedene Anlaufstellen:
- Kostenpflichtiges American Revolution Museum mit einem Innenbreich zum Unabhängigkeitskrieg. Außenbereich mit Freilichtmuseum und Schaupspielern (Zeltlager der Soldaten und Siedler).
- Nationalpark mit einer Auto-Route über das Schlachtfeld (kostenpflichtig oder „America the Beautiful“-Pass)
- Kostenfrei durch die historische Stadt Yorktown laufen / fahren oder mit dem kostenlosen Trolley
Williamsburg
Die historische Stadt Williamsburg ist ein riesiges (das größte??) Freilichtmuseum. Ihr habt hier zwei Optionen:
- Kostenfrei durch die Straßen laufen und die historischen Bauten von außen anschauen
- Kostenpflichtig auch die Gebäude besichtigen und an den Vorträgen der Schauspieler teilnehmen
Tickets für das "Historische Dreieck" der USA
Es gibt verschiedene Tickets, um das Historische Dreieck zu besuchen. Je nachdem für welche Ziele und welchen Zeitraum ihr euch entscheidet.
- Ihr möchtet das riesige Freilichtmuseum Colonial Williamsburg in aller Ruhe besuchen? Dann ist vielleicht ein Mehrtages-Ticket interessant
- Ihr interessiert euch für alle drei Museen im historischen Dreieck? Dann lohnt sich das 5-Tages-Kombi-Ticket für America’s Historic Triangle. Dies umfasst: Colonial Williamsburg, Jamestown Settlement, Historic Jamestowne, American Revolution Museum at Yorktown und Yorktown Battlefield.
- Wir hatten ein Kombi-Ticket für die Museen in Jamestown und Yorktown und haben uns in Williamsburg darauf beschränkt, kostenfrei durch die Straßen zu laufen.
- Für die Nationalparks Jamestowne und Yorktown sind ebenfalls Eintrittsgebühren fällig. Besucht ihr während eurer USA Reise mehrere Nationalparks, lohnt sich der Kauf eines Jahrespasses. → Die Gebührenstruktur für den Jahrespass ab 2026.
Für alle Tickets gilt: Ihr könnt die Kombitickets und auch den America the Beautiful Jahrespass jeweils an der Kasse vor Ort kaufen.
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Mehr InformationenUnser Reisebericht zu Jamestown:
Jamestown Settlement
Um zeitlich in der richtigen Reihenfolge zu bleiben, solltet ihr zunächst Jamestown besuchen. Das Fort wurde 1607 gegründet und gilt als erste dauerhafte englische Siedlung in Nordamerika.
Wir starteten unsere Erkundung Jamestowns im kostenpflichtigen Museum.
Idealerweise startet ihr mit dem Einführungsfilm „1607: A Nation Takes Root“, der einen guten Überblick über die Anfänge der englischen Kolonie und die Beziehungen zu den Powhatan gibt. Für unsere Kinder (damals neun und zwölf Jahre alt) waren die Ausstellungstafeln und Infos im Museum teils doch zu langatmig.
Eine wichtige Rolle in der Geschichte Jamestowns spielt Pocahontas, die Tochter des Powhatan-Anführers. Nach ihrer Gefangennahme durch die Engländer wurde sie getauft, heiratete John Rolfe und bekam mit ihm einen Sohn. Pocahontas wurde ein Bindeglied zwischen den Siedlern und dem Stamm der Ureinwohner und sorgte durch ihre Ehe und einem gemeinsamen Kind mit einem Briten einige Zeit für ein friedliches Zusammenleben beider Völker.
Im Außenbereich des Jamestown Settlement Museums erwartet euch ein Freilichtbereich mit historischen Darsteller:innen. Ihr könnt dort typischen Tätigkeiten des Siedlerlebens zuschauen und euch viel direkt erklären lassen.
In Paspahegh Town sind die Zelte der Powhatan-Völker nachgebaut. Auch hier findet ihr verschiedene Aufführungen und Erzählungen. Schaut euch auch die Schiffsnachbauten an. In den Schlafkajüten wurde uns richtig klar, wie klein die Menschen doch damals noch waren und wie beengt und dunkel das Leben auf solch einem Schiff war.
Das Essen der Museums-Kantine war überraschend lecker und günstig. Auch waren wir überrascht, wie groß das vegetarische und sogar glutenfreie Angebot war.
Historic Jamestowne
Historic Jamestowne besteht aus Bereichen des National Park Service und von Preservation Virginia/Jamestown Rediscovery. Mit dem NPS-Eintritt könnt ihr unter anderem an der Wasserfront – der „First Landing Site“ entlanglaufen, New Towne erkunden und den Island Drive fahren. Wenn ihr auch die originale James Fort Site, die laufenden Ausgrabungen und das Archaearium mit den archäologischen Funden besuchen möchtet, fällt aktuell zusätzlich eine Preservation-Virginia-Gebühr an.
Es muss euch hier jedoch bewusst sein: Diese Ruinen sind nicht die Ruinen der ersten Siedlung. Wir fanden den NPS-Bereich von Historic Jamestowne „ganz nett“. Spannender wird der Besuch vor allem, wenn ihr zusätzlich die Preservation-Virginia-Bereiche mit James Fort Site und Archaearium anschaut – sprich: Der Part, der zusätzlich kostenpflichtig ist. Wenn ihr jedoch einen Jahrespass habt und mit Kindern in Jamestown unterwegs seid, könnt ihr durch das Arbeiten im Junior Ranger Heft noch tiefer in die Geschichte eintauchen.
Das Jamestown Glasshouse liegt direkt am Anfang des Historic-Jamestowne-Bereichs. Die Glasbläser-Demonstrationen laufen aktuell täglich während der Öffnungszeiten; plant den Stopp also am besten direkt bei der Anfahrt oder vor der Weiterfahrt ein – wir haben diese Demonstration leider zeitlich verpasst.
Unser Reisebericht zu Yorktown:
American Revolution Museum
Unsere Yorktown-Erkundung startete ebenfalls im Museum. Als Einstieg bietet sich der Film „Liberty Fever“ an; besonders eindrücklich ist außerdem das immersive Theater zur Belagerung von Yorktown. Vom Aufbau her ähnelt das American Revolution Museum sehr dem Jamestown Settlement. Wobei das Thema hier natürlich ganz klar den geschichtlichen Schwerpunkt auf die Schlacht und Belagerung der Stadt Yorktown legt.
Im Freilichtbereich findet ihr ein rekonstruiertes Continental Army Encampment mit Zelten, Ausrüstung, Militärdrill sowie Musketen- und saisonalen Artillerie-Demonstrationen. Außerdem gibt es eine rekonstruierte Revolution-era Farm, auf der ihr mehr über das damalige Landleben, Landwirtschaft, Handwerk und den Tabakanbau erfahrt.
Historic Yorktown
Wir parkten unser Auto am Visitor Center des Nationalparks und zogen mit den Junior Ranger Programmen zu Fuß über die Fußgängerbrücke Richtung der historischen Stadt los. Alternativ fährt ein kostenfreier Trolleybus die verschiedenen Stationen an oder ihr fahrt mit dem Auto. Es gab genügend Parkmöglichkeiten bei unserem Besuch in Yorktown.
Packt euch ggf. Badesachen ein: es gibt einen schmalen Sandstrand in Yorktown – ideal um ein kleines Picknick zu machen und ein wenig zu chillen.
Yorktown Battlefield Nationalpark
Da wir aus Versehen falsch abbogen (ich glaube ja, Mark hatte genug und ist extra falsch abgefahren), haben wir nur einen kleinen Teil des Yorktown Battlefield gesehen. Wenn ihr euch diesen Teil intensiver anschauen möchtet, könnt ihr euch den kostenfreien Guide über die Nationalpark-Seite runterladen (Link). Haben wir nicht genutzt – daher keine Erfahrungswerte hierzu.
Landschaftlich soll die Fahrt über das Yorktown Battlefield sehr schön und abwechslungsreich sein.
Unser Reisebericht zu Williamsburg:
Williamsburg war von 1699 bis 1780 die Hauptstadt Virginias. Das Colonial Williamsburg ist ein wirklich sehr großes Freilichtmuseum (Link). Jedoch handelt es sich auch hier größtenteils nicht um Orginal-Bauwerke, sondern nur um Nachbauten.
Es gibt einen großen, kostenfreien Besucherparkplatz am Visitor Center. Von dort führt eine Fußgängerbrücke in das historische Viertel. Williamsburg ist sehr gut zu Fuß zu erkunden. Alternativ gibt es auch Parkplätze in Colonial Williamsburg – hier jedoch beachten, dass viele Straßen Fußgängerzonen sind.
Wie bereits erwähnt, haben wir uns auf den kostenfreien Teil – das Spazieren durch Colonial Williamsburg – beschränkt. Wer Eintritt zahlt, kann sich die Gebäude und Gärten anschauen und an den Vorführungen sowie Erzählungen durch die historischen Darsteller teilnehmen. Jedoch solltet ihr euch dann auch einen ganzen Tag Zeit nehmen. Unterschätzt weder die Größe von Colonial Williamsburg noch den Eintrittspreis!
Gerade wenn ihr jedoch mit Kindern das Historische Dreieck der Vereinigten Staaten erkundet, lohnt sich ein Besuch inklusive Eintritt sicherlich. Ihr könnt dort so viel über die damaligen Berufe lernen und mehr über Schuster, Perückenmacher und viele mehr erfahren! Für weitere Infos empfehle ich euch den Blogbeitrag von „countryatheart“ zu Ihrem Besuch in Colonial Williamsburg (Link).
Packt euch idealerweise Verpflegung ein. Wir haben hier wohl die teuersten Croissants gegessen, die wir jemals hatten…
Unser Fazit zum Historischen Dreieck der USA:
Aus Kostengründen übernachten wir häufig nicht zentral, in der Nähe der Sehenswürdigkeiten, sondern etwas abseits. daraus ergibt sich oft jedoch ein toller Vorteil: wer abseits wohnt, fällt als Fremder schneller auf und kommt in Kontakt zu den Anwohnern. Wir übernachteten in einem Airbnb bei einem älteren Ehepaar. Am Ende eines Wendehammers – mit allen Klischees, die ich aus amerikanischen Filmen kenne: Fahrradfahrende Kinder, Basketballkorb, liebevolle Nachbarn, welche selbstgemachtes Sandwich-Eis verteilen, Eltern, die ihr Bier in unauffällige Flaschen umfüllen und quatschend zusammenstehen. Damit wir auch noch richtig was geboten kriegen, gab es sogar ein kleines Straßen-Feuerwerk mit den Überbleibseln der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag. God bless the USA!
Achso, ja und zum Historischen Dreieck: Wer einen Roadtrip an der Ostküste der USA macht, muss natürlich auch dem Historischen Dreieck in Virginia einen Besuch abstatten. Je nach Interesse und Alter der Kinder solltet ihr vielleicht nicht das komplette Programm durchziehen, sondern euch auf ein Ziel fokussieren. Wir hoffen sehr, dass euch unser Blogbeitrag bei der Entscheidung hilft.
Blogbeiträge, die euch auch interessieren könnten:
Wir haben das Historische Dreieck der USA während unserer dreimonatigen Ostküsten-Reise besucht. Diese Reise hatten wir wir folgt aufgeteilt:
- 4 Wochen Roadtrip durch die Südstaaten (hier rein fiel auch der Aufenthalt in Virginia. Im Blogbeitrag findet ihr Inspiration für eure möglilche Route).
- Städtereise nach Washington D.C., Philadelphia und New York City mit dem Zug
- 6 Wochen Roadtrip durch Neu-England im Herbst
Mehr als 3 Jahre Weltreise mit Kindern – einmal um die Welt. Und jetzt? Vom Freiheitsgefühl auf Reisen zurück in den Schulalltag. Im Newsletter berichte ich euch ehrlich und offen über unsere Rückkehr nach Deutschland und wie uns der Neustart gelingt. Abonniert jetzt den Newsletter, um an unserer Gedankenwelt teilzuhaben und zudem kein spannendes Reiseziel mehr zu verpassen.
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