Wartburg und Drachenschlucht

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Eisenach stand schon lange auf unserer Bucket-List. Nachdem wir in den letzten Jahren so viel über Martin Luther gehört hatten (500 Jahre Reformation und Thema im Religionsunterricht der dritten Klasse), wollten wir mit unseren Kindern endlich die Wartburg erkunden: uns das Lutherzimmer anschauen und nach dem berühmten Tintenklecks an der Wand suchen. Obwohl es Mitte Februar war, verbrachten wir ein sonniges Wochenende bei 15 Grad in Thüringen und machten auf dem Rückweg noch einen spannenden Abstecher zu Point Alpha.

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Wir liefen den ausgeschilderten Weg aus Eisenach von unserer perfekt gelegenen Ferienwohnung „Eveline“ (Booking.com-Link)* direkt auf die Wartburg hoch. Angegeben ist dieser mit einer Zeit von 30 Minuten. Es geht durch den Wald bergauf, dementsprechend ist der Weg für kleinere Kinder oder mit Kinderwagen zumindest anstrengend. An der leeren Eselstation legten wir erstmal eine kleine Pause ein (wird von Ostern bis in den Herbst betrieben).

Die Außenanlage könnt Ihr kostenfrei besichtigen. Wir nahmen an einer Kinderführung teil. Diese werden zweimal täglich angeboten und dauern etwa eine Stunde. Wir waren auf ganz viel Martin Luther eingestellt, tatsächlich kam erstmal ganz viel Elisabeth von Thüringen. Ups.. große Geschichtslücke… In der Elisabethenkemenate wird auf wunderschönen Mosaikbildern das Leben der heiliggesprochenen Elisabeth erzählt. Die Jungs (damals zehn und sieben Jahre alt) waren genau im richtigen Alter für die Führung, aber auch für uns Erwachsene gab es viele „Aha!“ Momente. Sehr interessant und wirklich empfehlenswert!

Das letzte Stück der Wartburg durften wir dann auf eigene Faust erkunden. Endlich kam die Lutherstube! Versteckt als Junker Jörg übersetzte Martin Luther hier das alte Testament in wenigen Wochen. Angeblich vertrieb Martin Luther den erschienenen Teufel mit einem Wurf seines Tintenfasses. Zurück soll ein Tintenfleck geblieben sein. Verzweifelt suchten wir nach diesem Klecks in der Nähe des grünen Ofens – dieser ist aber nicht mehr zu sehen. Einige Jahre wurde er wohl für die Besucher „nachgemalt“, dies wurde aber mittlerweile eingestellt. Also kein Tintenklecks mehr an der Wand, dafür könnt ihr euch aber im Museumsshop einen Tintenklecksmagneten oder andere lustige Luther-Souvenirs kaufen.

Von der Wartburg aus ist der Wanderweg Richtung Drachenschlucht ganz gut ausgeschildert (mal mehr, mal weniger). Weiterer Pluspunkt: Es gibt nochmal einen tollen Blick auf die Wartburg!

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Drachenschlucht mit Kindern

Der Weg über die Sängerwiese durch ein wunderschönes Stück Wald dauerte zu Fuß ungefähr eine halbe Stunde. Speziell das erste Stück hatte etwas „abenteuerlich Verwunschenes“ an sich.

Für die Wanderung empfehlen wir feste Schuhe! Vor allem wenn die Wege noch nass und matschig sind, kann es recht rutschig werden.

Waren wir gerade noch bei sonnigen 15 Grad durch den Wald gelaufen, standen wir nun neben Eisblöcken in der Drachenschlucht. Von den Felsen tropfte es, jeder Stein war quasi ein Mini-Wasserfall. Eiszapfen hingen herunter, die ersten Blöcke waren schon durch die Wärme abgerutscht. Ihr lauft auf einem Gitter, welches über dem Bach angebracht ist. Überall rauscht Wasser, es tropft auf den Kopf und an der Seite überall Eis. Wow- damit hatten wir nicht gerechnet! Die Jungs waren so mit den Eisbrocken beschäftigt (über die Wege kicken, in den Bach werfen), dass ich mir nicht sicher bin, ob sie die engen Wege der Klamm tatsächlich wahrnahmen.

Im Sommer soll es hier sehr voll sein – teilweise schiebt man sich wohl regelrecht durch die schmalen Durchgänge. Somit bietet der Winter nicht nur die spannende Eis-Kulisse, ihr habt auch die Schlucht fast für euch alleine. Allerdings solltet Ihr vorher überprüfen, ob die Drachenschlucht begehbar ist. Wenn die Wege vereist sind, kann es sein, dass der Durchgang nicht möglich ist. Kleiner Nachteil (für Mark auch größerer Nachteil) bei einem Besuch außerhalb der Saison: Die angepriesenen Thüringer Würstchen-Stände in Eisenach hatten alle geschlossen…

Es gibt keine Sanitären Anlagen und keinen Kiosk.

Drachenschlucht mit Kindern
Familienausflug Drachenschlucht

Lutherhaus in Eisenach mit Kindern

Jonas wollte neben Wartburg und Drachenschlucht unbedingt noch das Lutherhaus in Eisenach besuchen, also setzten Mark und Juli sich in die Sonne und Jonas und ich verbrachten etwas mehr als eine Stunde in dem schönen Fachwerkhaus.

Wenn Ihr beim Ticketkauf danach fragt, bekommt Ihr die „Schnitzeljagd“ oder andere Bildungsprogramme durch das Lutherhaus für Kinder. Jonas kam gut mit den Rätselfragen zurecht, jüngere Kinder benötigen wahrscheinlich noch Hilfe. Martin Luther lebte in diesem Haus bei Familie Cotta. Ich hatte mir die Nachstellung eines damaligen Wohnhauses vorgestellt, allerdings handelt es sich beim Lutherhaus um ein modernes Museum rund um Luther. Mit der Übersetzung des alten Testamentes prägte Luther unsere Sprache mehr, als mir bisher bewusst war. Viele Redewendungen gehen auf Luther zurück.

Das Lutherhaus in Eisenach ist für Luther-Interessierte und Kinder ab neun Jahren geeignet. Meiner Meinung nach jedoch kein Muss.

Unser Fazit zu einem Familenausflug nach Eisenach:

Wer nur Martin Luther erwartet, wird überrascht sein, welch interessanten Geschichten die Wartburg mitbringt. Wir haben während der Führung viel über die Entstehung der deutschen Sprache gelernt. Der Ausflug nach Eisenach ist für Kinder gerade in der Kombination Wartburg und Drachenschlucht empfehlenswert. Der umgebende Wald und diese beiden Attraktionen sind so abwechslungsreich, dass jeder auf seine Kosten kommt! Als idealer Übernachtungsort, um alle Sehenswürdigkeiten bequem zu erreichen, hat sich die gut ausgestattete Ferienwohnung Eveline sehr bewährt, da diese direkt unterhalb der Wartburg liegt (Booking.com-Link)*.

Eisenach mit Kindern

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